Hatschi Bratschis Luftballon

Hatschi Bratschi S-00

Vorwort von Deep Roots auf „As der Schwerter“, das damals noch „Counterjihad“ hieß:

Nach einigem Überlegen, was als unser 300. Beitrag angemessen wäre, ist mir (nachdem ich zunächst etwas anderes erwogen hatte) die Idee gekommen, den 1904 erschienenen „Hatschi Bratschi“ des österreichischen Marineoffiziers, Dichters und Schriftstellers Franz Karl Ginzkey in der Fassung von 1933 zu präsentieren. Immerhin heißt unser Blog ja „Counterjihad“, und da ist es nur angemessen, mit diesem Kinderbuch aufzuzeigen, wie weit sich unsere von Political Correctness verseuchte Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert von dem entfernt hat, was man damals über Moslems noch alles sagen durfte, als man solche Sachen noch als geeigneten Stoff für ein Kinderbuch betrachtet hat. Unverkennbar ist, daß in diesem Buch die Kollektiverinnerung an die türkische Praxis der Devshirme weiterlebt, von der Österreich aber nur im Zuge der über zwei Jahrhunderte hinweg immer wieder stattgefundenen Türkeneinfälle betroffen war. Siehe hierzu auch 200 Jahre Dschihad gegen Österreichs Süden.

Ich hatte als Kind übrigens die Ausgabe von 1960 (http://www.scribd.com/doc/7125914/Franz-Karl-Ginzkey-Hatschi-Brat-is-Chis-Luftballon, mit Dank an maggieTh für den Link); Leute, die mich kennen, würden sagen, daß das einiges erklärt. Beim Vergleich mit der älteren Version ist mir aufgefallen, daß hier schon ein wenig politkorrekt „entschärft“ worden ist: „Zauberer“ statt „Türke“, „Morgenland“ statt „Türkenland“, und aus den Menschenfressern hat man Affen gemacht.

Hatschi Bratschi S-01

Es spielt der kleine Fritz allein

Auf grüner Flur im Sonnenschein.

Hatschi Bratschi S-02

Er springt vergnügt im Gras umher

Und denkt an nichts und freut sich sehr.

Hatschi Bratschi S-04

Wie sprach die Mutter? Liebes Kind,

Sei brav, wie andre Kinder sind,

Und bleibe schön bei mir zu Haus.

Er aber lief zur Tür hinaus.

Er achtet nicht der Mutter Wort,

Lief auf die grüne Wiese fort.

Dort springt er jetzt im Gras umher,

Und denkt an nichts und freut sich sehr.

Was kommt dort durch die Luft geflogen,

Und immer näher hergezogen?

Es ist, man sieht es deutlich schon

Hatschi Bratschi S-05

Ein großer roter Luftballon.

Drin sitzt, die Pfeife in der Hand

Ein Türke aus dem Türkenland.

Der böse Hatschi Bratschi heißt er,

Und kleine Kinder fängt und beißt er.

Hatschi Bratschi S-06

O Fritzchen, Fritzchen, lauf davon,

Sonst kommst du in den Luftballon!

Ach, Hatschi Bratschi hat ihn schon!

Hatschi Bratschi S-07

Er hat ihn schon und hält ihn fest,

Weil er mit sich nicht spaßen läßt.

Er spricht und droht ihm mit der Hand:

Du kommst mit mir ins Türkenland,

Da hilft kein Schrei’n und Weinen,

Kein Strampeln mit den Beinen!

Ein großes Fernrohr nimmt er dann

Hatschi Bratschi S-08

Und fängt damit zu suchen an.

Er will noch andre Kinder fangen,

Das ist sein grausames Verlangen!

Er schaut begierig durch das Rohr,

Er beugt sich immer weiter vor.

Hatschi Bratschi S-09

Er beugt und beugt sich immer mehr,

Sein großer Kopf wird ihm zu schwer.

Was Schreckliches ihm dann geschehn,

Hatschi Bratschi S-10

Ist auf dem nächsten Bild zu sehn!

O seht, o seht, er stürzt hinaus

Hatschi Bratschi S-11

Und fällt hinab, o welch ein Graus!

In einen tiefen Brunnen grade,

Es ist um ihn fürwahr nicht schade.

Hatschi Bratschi S-13

Der kleine Fritz im Luftballon

Fährt hurtig durch die Luft davon.

Hurtig durch die Luft davon

Fährt der Zauberluftballon.

Hei, wie klein sind Wies’ und Wälder,

Berg und Täler, Fluß und Felder.

Häuser, Kirchen, ei wie klein,

Hatschi Bratschi S-14

Wie ein Spielzeug klein und fein.

Fritzchen schaut zum Korb hinaus,

Denkt: Wo ist mein Vaterhaus?

Fritz, du schaust zum Korb hinaus,

Denkst, wo ist mein Vaterhaus?

Ei, das ist nicht mehr zu sehn,

Manches wird dir jetzt geschehn!

Bald erlebst du ungeheuer

Wunderliche Abenteuer!

************

Hurtig durch die Luft davon

Fährt der Zauberluftballon.

Ein Gewitter ist gekommen,

Schrecklich leuchtet Blitz auf Blitz.

Hatschi Bratschi S-16

Seinen Hut hat abgenommen

Angsterfüllt der kleine Fritz:

Lieber Gott in Nacht und Wind,

Schütze mich verlass’nes Kind!

Ei, wer hat mit frohem Mute

Sich getreu zu ihm gesellt?

Meister Klapperstorch, der Gute

Heißt er auf der ganzen Welt.

Spricht: „Ich war in Afrika

Und jetzt bin ich wieder da.

Bring auch mit drei kleine Kinder

Schau sie dir nur an genau!

Eines einem Bürstenbinder

Eines einer Äpfelfrau.

Und das dritte, das ist schon

Gar ein kleiner Königssohn!“

Spricht’s und wünscht ihm gute Reise

Hatschi Bratschi S-18

Und schon fliegt er schnell davon.

Horch, es donnert nur noch leise

Auch der Regen endet schon.

Bald ist alles wieder klar,

Sonnig, wie es früher war.

************

Hatschi Bratschi S-19

Tief im Walde, ganz allein

Wohnt die Hexe Kniesebein.

Aus dem Häuschen in die Luft

Steigt ein feiner Bratenduft.

Fritz, der großen Hunger spürt,

Schaut, woher das Duften rührt.

Wird er nicht die Hexe sehn?

Weh, sonst ist’s um ihn geschehn!

Seht, sie schleicht in Fritzchens Näh’,

Ängstlich schaut das kluge Reh.

Und es ruft ein großer Rabe: Armer Knabe, armer Knabe!

Hatschi Bratschi S-21

Weh die Hexe hat ihn schon,

Lächelt voller List und Hohn.

Hei, da saust der Luftballon

Pfeilschnell durch die Luft davon.

Hatschi Bratschi S-22

Seht die Hexe, wie sie hängt!

Weh dir, Fritz, wenn sie dich fängt!

Doch die Hexe kann zum Glück

Vorwärts nicht und nicht zurück.

Ihre Last wird ihr zu schwer,

Lange hält sie sich nicht mehr.

Auf den Schornstein der Fabrik

Springt sie jetzt mit viel Geschick,

Glaubt, sie wird gerettet sein.

Weh dir, Hexe Kniesebein!

Flammen schlagen aus dem Schlot,

Bringen sie in arge Not.

Hatschi Bratschi S-24

Und schon fangen Feuer gar

Ihre Kleider und ihr Haar.

Auf des Schornsteins hohem Kranz

Tanzt sie einen wilden Tanz

Wie sie knistert, wie sie raucht,

Wie sie pustet, wie sie pfaucht.

Plötzlich brennt sie lichterloh

Heller als ein Bündel Stroh.

Schrecklich schreit sie „Feuerjo!

Hussa, hussa, trololo!“

Immer wilder wird ihr Tanz

Immer lauter ihr Geschrei,

Jämmerlich verbrennt sie ganz.

Gott sei Dank, nun ist’s vorbei!

Ei, wo wird sie nun begraben?

Aus dem schönen Lande Schwaben

Hatschi Bratschi S-26

Kommen schon drei große Raben

Die sie schnell gefressen haben.

Fritzchen fährt vergnügt davon

Hoch im Zauberluftballon.

Hurtig ohne Rast und Ruh’

Geht es dem Gebirge zu.

Auf dem grünen Alpenrasen

Sieht er schon die Herde grasen,

Hört die Alpenglocken klingen

Und die Sennerinnen singen

Und die gute braune Kuh

Hatschi Bratschi S-28

Brüllt dazu ihr sanftes „Muh!“

Höher, höher immerzu

Geht es ohne Rast und Ruh’.

Hoch bis in die Wolken schon

Fliegt der Zauberluftballon.

Nichts als Felsen, Eis und Schnee.

Hu – wie tut die Kälte weh!

Finger, Nasenspitz’ und Ohren,

Alles ist schon blau gefroren.

Hatschi Bratschi S-30

Halte, Fritzchen, tapfer stand.

Bald erscheint ein warmes Land.

Liegt am blauen Meeresstrand,

Wird Italien genannt.

Hatschi Bratschi S-31

Italien ist ein schönes Land,

Voll Trauben und Melonen,

Orangen pflückt man mit der Hand,

Auch Feigen und Zitronen.

Hatschi Bratschi S-32

Die Bäu’rin mit dem Eselein

Die bringt das Obst zur Stadt hinein.

Es tönt vom blauen Meeresstrand

Ein Klang von Mandolinen.

Italien ist ein schönes Land,

Von Sonne warm beschienen.

Hei, jubelt Fritz und schwenkt den Hut,

Hier wär’ es in den Ferien gut!

Seht, da liegt das weite Meer

Fritzchen schwebt darüber her.

Viele Dinge sieht er da,

die er nie im Leben sah.

Stolz hinaus, mit lautem Pfiff

Dampft das große fremde Schiff.

Hatschi Bratschi S-34

Und daneben, wie ein Schwan,

Schwimmt des Fischers kleiner Kahn.

Viele Fische, groß und klein,

Einer muß gefangen sein.

Hatschi Bratschi S-35

Einen großen fängt er nur

Mit der Zauberangelschnur.

Wunderbar, an Früchten schwer

Liegt das Inselland im Meer.

Hatschi Bratschi S-36

Frische Datteln schmecken gut,

Fritzchen füllt sich seinen Hut.

Aber mit dem großen Messer

Kommen schon die Menschenfresser.

Tückisch nähern sie sich leise,

Kletternd nach der Affen Weise.

„Fangt ihn nur, geschwind, geschwind!“

Schreit das Menschenfresserkind.

„Schnell, das Wasser ist schon lau!“

Ruft die Menschenfresserfrau.

Fritzchen, hörst du nicht das Schrei’n?

Hatschi Bratschi S-38

Willst du aufgefressen sein?

Ja, er hört das Schrei’n zum Glück,

Schaut hinunter und zurück.

Hei, da saust der Luftballon

Pfeilschnell durch die Luft davon.

Reißt mit sich den ersten Mann

Der sich kaum erhalten kann.

Diesem hängt mit wildem Schrei’n

Sich der zweite an das Bein.

Brüllend stürzt der dritte schwer

In das wildbewegte Meer.

Und zwei andre, die schon sinken,

Müssen noch viel Wasser trinken.

Hatschi Bratschi S-41

Schließlich, mit entsetztem Schrei

Stürzen auch die letzten zwei.

Alle sind ins Meer gefallen,

Wohl bekomm’ das Wasser allen.

Frtizchen aber freut sich sehr

Reiset übers weite Meer.

Er reiset übers weite Meer

Hatschi Bratschi S-42

Bis an die fremde Küste.

Dort liegt ein Land so still und leer

Das ist die große Wüste.

Hatschi Bratschi S-43

Vom Himmel schaut der Mondenschein,

Da schlief der Knabe traurig ein.

Er träumt von seinem Mütterlein,

Sie sitzt im trauten Zimmer.

Die Lampe gibt so hellen Schein,

Hatschi Bratschi S-44

Sie aber lacht wohl nimmer.

Sie weint: Wo ist mein armes Kind?

Es irrt vielleicht durch Nacht und Wind!

So fährt er übern Wüstensand.

Er kommt bis in das Türkenland.

Hatschi Bratschi S-45

Dort liegt auch Hatschi Bratschis Haus.

Was tönt dort für Geschrei heraus?

Gefangne Kinder sind’s, die schrei’n,

Der Hatschi Bratschi schloß sie ein.

Er trug sie her im Luftballon;

Sie schmachten dort so lange schon.

Der Luftballon hält vor dem Haus,

Es steigt der kleine Fritz heraus.

Die Diener werfen sich aufs Knie,

Der Fritz ist nun der Herr für sie.

Er geht zur Tür in guter Ruh’,

Die Wächter schau’n ihm ängstlich zu.

„Wohlan, ihr Kinder, kommt heraus,

Wir fahren alle jetzt nach Haus’!“

Die Kinder sind befreit, juchhe!

Nun gibt es einen großen Schmaus.

Vorbei die böse Zeit, juchhe!

Und alles lebt in Saus und Braus.

Es thront der kleine Fritz am Tisch,

Die Diener stehn im Kreis umher.

Nun gibt es Braten, Obst und Fisch,

Und auch die Türken freu’n sich sehr.

Sie sind befreit aus großer Not,

Der Hatschi Bratschi kommt nicht mehr,

Der böse Zauberer ist tot,

Ihm ward sein großer Kopf zu schwer.

Hatschi Bratschi S-48

Bimbam, bimbam! So läuten die Glocken,

Das ist ein Jubeln und ein Frohlocken!

Hatschi Bratschi S-49

Die Kinder laufen nach Haus geschwind,

Und jede Mutter bekommt ihr Kind.

Die Glocken läuten: Bimbam, bimbam!

Auch Fritz voll Freude gelaufen kam.

Da stehn die Eltern schon im Garten,

Mit Magd und Gärtner, und alle warten.

Hatschi Bratschi S-50

Der Vater spricht: „Na wart, du Wicht!“

Jedoch die gute Mutter spricht:

„Gottlob, nun bist du da, mein Kind!

Wo warst du nur? Erzähl geschwind!“

Der kleine Fritz ist nun zu Haus,

Da ist wohl die Geschichte aus.

Was aber macht der Luftballon?

Der flog hoch in die Luft davon.

Es trug ihn fort des Sturmes Wehn.

Es hat kein Mensch ihn mehr gesehn.

So schließt auch die Geschichte schon

Von Hatschi Bratschis Luftballon.

Hatschi Bratschi S-51

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2 Kommentare

  1. Eine sehr gute Sache, das Buch mit Originaltext zu veröffentlichen. Diese Ausgabe hat mich als Kind (66 geboren) sehr begeistert, kann es bis heute streckenweise auswendig. Leider sind bei unserer Ausgabe alle Farbbilder weg. Danke, dass ich sie wieder sehen kann. Ich habe das Buch voriges Jahr neu illustriert und mir ein Fotobuch gemacht.

    Lutz

    Antworten
  2. Michael Morig

     /  April 24, 2016

    Ich bin hocherfreut, im Netz diese Veröffentlichung der alten Erstausgabe des Kinderbuches vorzufinden, das ich als Kind geschenkt bekam, dessen Text damals von den Schenkenden aus harmlos angesehen wurde und an dem ich seinerzeit mein kindliches Vergnügen hatte, bis heute sind mir viele Textpassagen bekannt und geläufig (den Rest habe ich aktuell aufgefrischt).

    Sollten im weiteren Verlauf meines Lebens auch nur im Ansatz leichte Ressentiments gegen in dem Büchlein Beschriebene oder Erwähnte entstanden sein oder sich aus gutem Grund gebildet haben (Hexen z. B. aber expressis verbis ausgenommen), so verkünde ich vor jedermann, daß diese meine innere Entwicklung mit diesem weit vor hundert Jahren entstandenen Werk absolut nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.

    Antworten

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