Besser draußen als drinnen

Ferrero-Waldner - Jack Straw - JdH Shaeffer - Geir Haarde

Von links nach rechts: Benita Ferrero-Waldner, Jack Straw, NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Shaeffer und Geir H. Haarde beim NATO-Arbeitsdinner am 7. Dezember 2005

hjortur-logo  von Hjörtur J. Guðmundsson; Original: Better Out than In, erschienen am 19. Januar 2006 im Brussels Journal. (Bild vom Übersetzer eingefügt.)

Geir H. Haarde, der isländische Außenminister, traf sich gestern in London mit seinem britischen Kollegen Jack Straw. Während des Treffens diskutierten die beiden die Beziehung zwischen Island und dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union und einige andere internationale Angelegenheiten. Nach dem Treffen sagte Herr Haarde, daß es besonders interessant zu hören war, daß Mr. Straw ihm zustimmte, daß keine besonderen isländischen Interessen erforderten, daß Island der EU beitritt. Laut Herrn Haarde stimmte Mr. Straw zu, daß es den Isländern außerhalb der EU sehr gut ginge. Dies ist natürlich für Isländer nichts Neues, aber es ist immer schön zu hören, daß andere es bestätigen. Das Komische ist, daß derselbe Jack Straw bei einer Anzahl von Anlässen – bevor die Franzosen und die Niederländer die EU-Verfassung ablehnten – das britische Volk davor warnte, die Verfassung abzulehnen, weil das bedeuten würde, daß Großbritannien „in Europa isoliert und schwach“ werden würde.

Sollen wir das so verstehen, daß für Großbritannien und Island unterschiedliche Prinzipien gelten? Natürlich nicht. Jedem Land in Europa, oder auf der Welt, kann es so gut gehen wie Island und sogar besser. Aber die EU ist ganz bestimmt nicht auf dem Weg zum Wohlstand. Island ist nach Norwegen das reichste und erfolgreichste Land der Welt. Der Grund für Islands Erfolg liegt in seiner Unabhängigkeit, die es dem Land ermöglicht hat, radikale Wirtschaftsreformen in Richtung einer liberalisierten Wirtschaft einzuführen, etwas, das niemals möglich gewesen wäre, wenn das Land ein Mitglied der EU gewesen wäre.

*   *   *   *   *   *   *

Quelle der Übersetzung: hier.  Weitere Island-Briefe von Hjörtur J. Guðmundsson (in chronologischer Reihenfolge des originalen Erscheinens im „Brussels Journal“):

1)  Der nördliche Rand: Besser draußen, als in der EU
2)  Wann habe ich aufgehört, europäisch zu sein?
4)  Die Isländer trauen der EU nicht
5)  Wie ernst meint Island es mit dem Beitritt zur EU?
6)  Island wird geopfert, um die EU zu retten: Schande über Britannien und Holland
7)  EU-Mitgliedschaft? Nein danke!
8)  Der Makrelenstreit als Maß für Souveränität
9)  Warum hat Island „nein“ gesagt?
10) Islands sinnlose EU-Bewerbung

Siehe auch „5 to 9“-Konservatismus von Greg Johnson als Gegenrede zu dem radikalen Wirtschaftsliberalismus, den Guðmundsson am Schluß dieses Artikels befürwortet.

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: