Norwegische Jungen im neuen Norwegen : „Alles, was man in der Schule gelernt hat, ist falsch“

norwayumma

Original: Everything You Have Learned in School Is Wrong, veröffentlicht am 1. Mai 2013 von Baron Bodissey auf „Gates of Vienna“.
Übersetzung: Lucifex

Unser norwegischer Korrespondent The Observer hat einen Artikel von Rights.no über die scheußliche Zwangslage übersetzt, in der sich junge Norweger in stark kulturbereicherten Bezirken von Oslo befinden.

Gutsituierte Einheimische können es sich leisten, in sichere, angenehme weiße Enklaven zu ziehen, wo sie ihre Kinder unter weißen norwegischen Muttersprachlern zur Schule schicken können. Weniger begüterte Bürger haben jedoch nicht dieses Glück und sind gezwungen, die Erniedrigung und Entwürdigung des multikulturellen verhaltensmäßigen Senkgrube zu ertragen, in der zu leben ihre politischen Herren sie bestimmt haben.

Der Übersetzer fügt diese einführende Anmerkung hinzu:

Dieser Bericht zeigt die realen Konsequenzen des enormen Verrats der herrschenden Eliten in Norwegen an ihrem Volk. Traurigerweise läuft dasselbe heute in jedem westeuropäischen Land ab, und auf beiden Seiten des Atlantiks.

Es stimmt ernstlich etwas nicht bei Politikern, die aktiv eine Politik verfolgen, die solch entsetzliche Ergebnisse zeitigt. Genausowenig ist es eine bahnbrechende Information, was in diesem Artikel präsentiert wird – es läuft jetzt in Norwegen schon seit ein paar Jahrzehnten so.

Die Politiker wissen es, aber sie halten den Mund und lassen die verletzlichen “Jugendlichen” den Preis für ihren Verrat bezahlen.

Interessanterweise ist Finansavisen (das den originalen Artikel druckte) eine der sehr wenigen Zeitungen in Norwegen, die keine Presseförderung bekommt. Jeder norwegische Zeitungsjournalist wird von der Obrigkeit mit $ 75.000 pro Jahr subventioniert. Was vielleicht auch der Grund dafür ist, dass (soweit ich weiß) keine andere MSM-Zeitung diese Geschichte gebracht hat – für sie ist norwegischer „Rassismus“ gegen Nicht-Norweger alles, was zählt.

Der übersetzte Artikel:

Norwegische Jungen im neuen Norwegen

Während der letzten paar Wochen hat Finansavisen [eine Finanzzeitung] sich auf Einwanderung und ihre wirtschaftlichen Konsequenzen konzentriert. Wir haben mehrere davon zuvor angesprochen. Letzte Woche ließen die Journalisten Kjell Erik Eilertsen, Ole Asbjørn Ness und der Fotograf Iván Kverme ihre Rechner und Computer hinter sich und trafen sich mit einigen der Individuen, die im neuen Norwegen aufwachsen. Sie beschlossen, sich auf die Jugendlichen zu konzentrieren, auf norwegische Jungen, die in dem Gebiet mit der höchsten Einwandererdichte Norwegens aufwachsen – in Groruddalen [Grorud-Tal] in Oslo. Und sie haben einen Artikel produziert, den zu drucken sich andere Medien wahrscheinlich weigern würden.

Groruddalen ist ein Gebiet, das sich über vier Stadtviertel erstreckt: Stovner, Alna, Grorud und Bjerke. Alle Viertel haben eine Einwandererpopulation, die sich 50 Prozent nähert.

Finansavisen hat Kontakt mit zwei Jungen im „Tal“ aufgenommen. Einer von ihnen, Marius Sørvik, hat beschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, und sein Name und Bild erscheinen in der Zeitung. Der andere hat beschlossen, anonym zu bleiben. Finansavisen nennt ihn „Andreas“. Ein Junge wurde zweimal interviewt, und der andere dreimal. Sie bekamen Kopien des Artikels zu lesen, bevor er veröffentlicht wurde, und bestätigten, dass sie korrekt zitiert worden sind. Zusätzlich hat Andreas’ Vater den Artikel gelesen und der Zeitung die Einwilligung gegeben, die Geschichte seines Sohnes zu veröffentlichen.

Zwei verschiedene Welten in 35 Minuten

Als die Entscheidung, nach Groruddalen zu reisen, endlich getroffen war, beschloss Finansavisen, dass die Journalisten auf die Art dorthin fahren sollten, welche die meisten Jugendlichen wählen, nämlich mit der U-Bahn. Die Fahrt von Smestad nach Stovner dauert laut Finansavisen annähernd 35 Minuten, und ich vermute, dass ihnen während der Reise zwei verschiedene Welten gezeigt wurden.

Als sie in Stovner ankommen, hören sie die Stimme von “Andreas”:

„Vor ein paar Jahren“, sagt er, „betrat ich den Schulhof. Sie griffen gerade Lars an. Es war ein ganzer Haufen von ihnen. Sie greifen immer in Gruppen an. Sie sind Hunde, sie jagen in Rudeln. Sie schlugen ihn zusammen. Ich renne zwischen sie und schlage einen von ihnen. Dann eilt jemand herbei und trennt uns, und wieder einmal werde ich ins Büro des Direktors geschleppt, und wieder einmal höre ich, dass wir nicht einmal dann zurückschlagen sollen, wenn sie uns hauen. Wissen Sie, wie wahnsinnig provokant solch eine Aussage ist?“

Finansavisens Beschreibung von Andreas lässt keinen Platz für Zweifel:

Er ist sechzehn. Er ist wütend. Und er hat Angst. Er ist tapfer. Er ist müde. Er möchte davon erzählen. Er hat das Gesicht eines Jungen und die Augen eines Mannes.

„Ich wäre mit meiner vollen Identität an die Öffentlichkeit gegangen, wenn ich nicht jüngere Geschwister hätte. Die Leute müssen begreifen, wie es ist, hier aufzuwachsen“, sagt er.

Das Zuhause ist ein Ort irgenwdo in Groruddalen. Dort wuchs er auf. Er verbringt eine Woche bei seiner Mutter und die nächste bei seinem Vater. Sein Stiefvater ist nett. Sein Vater ist großartig. Seine Mutter ist großartig, aber naiv.

Das ist nicht das Problem. Diese Gegend ist das Problem.

„Meine Mama sagte mir, dass es gut für mich wäre, hier aufzuwachsen. Ich würde das neue Norwegen kennenlernen, verschiedene Kulturen kennenlernen.“

Dann werden wir Marius Sørvik vorgestellt.

Er ist neunzehn. Er ist wortgewandt. Er ist tapfer. Er hat Angst. Er ist schwach. Er ist erfolgreich. Er hat die Schule abgebrochen. Er hat einen Bart. Er ist zu jung, um einen Bart zu tragen. In den Augen junger Mädchen ist er hübsch. Er ist erst 19, aber er hat vier Filme gemacht. Er verdient Geld. Jetzt gerade wohnt er bei seiner Mama.

Er kam aus Fredrikstad nach Groruddalen, als er ein Jahr alt. Bald wird er wieder nach Fredrikstad ziehen.

„Sie sind zu bemitleiden“

Die Jungen haben Schwierigkeiten, sich zu definieren; „die anderen“ und Tiermetaphern werden oft verwendet:

Sie gehören zu einer Tierart, die in Groruddalen schnell schwindet. Sie tun, was alle Tiere tun: Überlebensstrategien erfinden. Versuchen, einen Weg zu finden, um ihre Federn in all ihrer Pracht zu zeigen, rennen weg und verstecken sich, wenn sie in der Minderzahl sind.

Menschliche Natur: Der Wunsch, zurückzuschlagen: Rache, Vergeltung, eines Tages sind sie vielleicht die Stärksten und nicht in der Minderzahl. Sie. Gegen sie. Die anderen. Fremde mit norwegischen Pässen. Diejenigen, von denen ihnen in der Grundschule gesagt wurde, dass sie ihnen gegenüber rücksichtsvoll sein sollten. Ihre Spezies ist bislang nicht offiziell benannt worden. Mangels eines besseren Begriffs entschieden wir uns dafür, den Begriff zu verwenden, den Marius benutzt, um sich zu beschreiben, einen männlichen jungen ethnischen Norweger.

„Alle Lehrer sagten mir, der Direktor sagte mir, wenn ich eine Auseinandersetzung mit ihnen hätte, müsste ich verstehen, dass sie zu bemitleiden seien, dass sie aus Ländern kämen, in denen es Krieg gegeben hatte. Ich dachte, dass er scherzte. Ihre Großeltern wanderten aus Pakistan aus. Wenn ich also jemanden schlage, würde mich niemand schelten, weil mein Großvater Mitglied der norwegischen Widerstandsbewegung gewesen war? Aber ich glaubte es.“

Von der Schule verarscht

Die Grundschule in Groruddalen ist für sie beide am Anfang eine angenehme Erfahrung. Sie singen die Lieder, sie glauben an die Lieder, sie leben die Lieder. Dann fängt es an falsch zu klingen, die Kindheit endet, in der fünften Klasse:

„Man entdeckt, wer man ist“, sagt Andreas.

„Die Menschen sind verschieden; alles, was man in der Schule gelernt hat, ist falsch“, sagt Marius.

Es gibt die ethnisch norwegischen Jungen, und dann gibt es die anderen. Vor diese zwei Wahlmöglichkeiten gestellt, wählen die beiden Jungen unterschiedliche Strategien:

Marius’ Strategie:

Er senkt nicht den Kopf. Er weigert sich, sich irgend etwas gefallen zu lassen. Er gibt Widerworte. Er ist großmäulig. Er ist, wer er ist. Es zählt nicht. Aber das ist nicht der Grund, warum sie es auf ihn abgesehen haben. Es ist ein Herbstabend in der siebten Klasse. Er spielt Tennis. Als er den Platz verlässt, um ein paar Tennisbälle einzusammeln, tauchen sie auf. Es sind sieben oder acht Somalis. Sie prügeln ihm die Scheiße aus dem Leib, er muss sich neue Zähne einsetzen lassen.

Marius bremst sich nicht ein. Er nennt ein Roma-Mädchen eine Zigeunerin, etwas, das nicht geschätzt wird. Als ihre Brüder und Cousins kommen, um ihn zu holen, versteckt er sich im Büro des Direktors. Es hat begonnen.

Andreas’ Strategie:

Er senkt seinen Blick, er möchte wie sie sein, wie sie reden, er ändert seine Sprache, beschränkt seinen Wortschatz, macht absichtliche Schreibfehler, Kebab-Norwegisch, kauft eine Softgun, möchte wie die älteren, härteren, cooleren Pakistani-Jungs sein, die Autos und Geld und keinen Job haben; warum nicht ein Moslem werden, ein Bruder werden?

Er möchte wie sie sein, aber er wird nicht wie sie, etwas in ihm widersetzt sich.

Fragmente: die schlechten Noten im Norwegisch-Unterricht, die schlechten Freunde, der Islam, er bemerkt, wie sie Frauen betrachten, als Objekt, wie sie reagieren, wenn er versucht, mit ihnen über den Islam zu diskutieren, wie sie über Respekt reden, aber keinen Respekt zeigen, wie sie die Norweger als Scheiß-Norweger, Whitey, Kartoffeln bezeichnen; etwas in ihm widersetzt sich.

Er zieht sich zurück. Sie bemerken, dass er sich zurückzieht. Dann fängt es an.

Ständige Angst

Wir erfahren vom Leiden von Marius.

Er macht sich morgens eine Stunde vor Schulanfang in die Schule auf. Er strebt am Nachmittag nach Hause, bevor sie zu Ende ist. Weitere Episoden, mehr Drohungen. Angst ist kein isoliertes Ereignis, sondern vielmehr ein ständiger Fluss.

In der zehnten Klasse geht er zum Arzt und erzählt Lügen, dass er soziale Ängste hätte. Er bekommt eine medizinische Bestätigung, sodass er so wenig Zeit wie möglich in der Schule verbringen kann. Er hat Angst. Sagt, dass sie immer in Rudeln kommen. Sagt, dass sie immer starren, wenn er sie in der U-Bahn sieht, wenn sie zu zwanzig sind, und wenn er eine Freundin hat, schreien sie ihm zu:

„’Hey Marius, hast du dir eine Freundin zugelegt’, und es sind nicht die Worte, die bedrohlich sind, sondern die Art, wie sie geäußert werden, verstehen Sie, wie sie mich ansehen und meine Freundin, die zu weinen beginnt, verstehen Sie?“

NRK’s „Konzept“ von „unserem Tal“

Wir erfahren, dass Marius’ Ängste zurückgegangen sind, auch wenn sie immer noch zurückkehren können:

Es ist drei Jahre her, seit er die Sekundarschule abgeschlossen hat. Er kann immer noch einen Stich der Angst spüren, wann immer er den Banden in der U-Bahn begegnet, aber er schert sich nicht darum, er hat vier Filme gemacht, er sagt, was er denkt, er ist, wer er ist, er schreibt Kolumnen über das Leben in Groruddalen und lässt sie in VG und Dagsavisen veröffentlichen, er ist erst neunzehn, aber er hat bereits  einen Herzanfall gehabt, und er ist bereits zweimal von der Produzentin der norwegischen Fernsehserie ‚Dalen Vår’ [‚Unser Tal’], Elisabeth Brun (siehe separaten Artikel) interviewt worden, um herauszufinden, ob seine Geschichte zu der Geschichte über Groruddalen passte.

Sie passte nicht dazu.

„Ihre Ansichten passen nicht zu unserem Konzept”, sagte sie. Diese Fernsehserie ist staatlich finanzierte Propaganda. Eine Dokumentation, deren Standpunkt vorweg bestimmt wurde, ist keine Dokumentation sondern eine halbe „Täuschumentation“ [„mockumentary“], bei der sie volle Kontrolle darüber haben, was gesagt wird. Wenn man eine Geschichte darüber erzählen will, was für ein großartiger Ort Groruddalen ist, dann kann man nicht mit ethnisch norwegischen Jungs reden, denn die meisten von ihnen werden einem sagen, dass es ein schrecklicher Ort ist.

Besorgt wegen Mord

Andreas leidet ebenfalls, obwohl er es so gut es geht zu verbergen versucht:

Er hat sich in sich zurückgezogen, obwohl er immer noch einen moslemischen Freund aus einer sehr religiösen Familie hat. Nennen wir ihn Omar. Er versucht Andreas davon zu überzeugen, ein Moslem zu werden. Omar erzählt ihm vom Jüngsten Gericht und von der Hölle, die auf jene wartet, die sich weigern, sich rechtzeitig dem Islam zu unterwerfen. Omar sagt ihm, dass er aufhören muss, das Leben zu genießen, sondern sich stattdessen auf das nächste Leben vorbereiten solle. Vergebens. Aber Andreas sagt, dass er gegenüber dem Islam argwöhnisch ist; in Wirklichkeit ist es eher so: er mag den Islam nicht, nicht die Strenge, die Rachsucht, seine Sicht auf Frauen, all das Gerede über die Keuschheit von Frauen, Hijab, nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen.

Sie diskutieren. Die Diskussionen sinken zu verbalen Auseinandersetzungen herab.

„Er sagte mir, dass er mich töten würde. Ich drohte ihm zurück.“

Andreas verbündet sich zum Schutz mit ethnischen Norwegern in der Motorradfahrergemeinschaft, einem 1-%-Club.

„Wenn sie nicht gewesen wären, dann hätte er mich getötet.“

Feige Moslems

Andreas verleugnet nicht, dass er immer noch Angst hat. Dass er Gewichte hebt, um Kraft zu gewinnen. Er sagt auch, dass er erwägt, ein Messer zu führen, dass er aber die Messerkontrollen der Polizei fürchte. Er sagt, dass er Abmachungen mit seinen Freunden geschlossen hat, dass sie alle füreinander eintreten werden. Freunde, die ebenfalls Gewichte heben und sich mit Kampfkünsten befassen.

„Moslems bekämpfen einen nicht auf der Basis von eins zu eins. Wenn man sie allein trifft, sind sie Feiglinge. Wenn ich Omar allein über den Weg laufe, wird er einfach an mir vorbeigehen. Wenn ich allein bin und ich ihn in einer Gruppe treffe, dann kann ich bestenfalls darauf hoffen, nur zusammengeschlagen zu werden.“

Marius hat seinen Blick gehoben. Nun kann er anfangen, das alles zu analysieren.

„Es gibt eine Hierarchie, bei der ethnisch norwegische Jungen auf der untersten Sprosse der Leiter stehen. Sie wird auf sie losgehen, sofern sie sich nicht ihren Regeln beugen, wenn sie nicht zu norwegischen Einwanderern werden. Wenn ein norwegischer Junge Schwierigkeiten bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er eine kleine Familie und ein winziges soziales Netzwerk hat. Im Gegensatz zu einem pakistanischen oder somalischen Jungen hat er keinen Clan von Brüdern und Cousins und Onkeln, die ihm im Falle eines Konflikts zu Hilfe eilen. Meistens ist das einzige, das er hat, ein alleinerziehender Elternteil.

Norwegisch ist Schwäche, die norwegische Kultur befindet sich im Abgang

Andreas glaubt, dass die norwegische Kultur hinausgedrängt wird.

„Niemand will hier ein Norweger sein. Norwegisch ist synonym mit Schwäche. Dies ist ein Gefühl, das auch von den Lehrern vermittelt wird. Sie fürchten sich. Sie wagen es nicht, den Mund aufzumachen. Sie sollten sich die Zahl der Direktoren ansehen, die in den letzten Jahren an der Vestliveien-Schule gekommen und gegangen sind, und sie fragen, warum sie gegangen sind. Sie haben keine Kontrolle, aber sie tun alles, um den moslemischen Schülern entgegenzukommen. Im Hauswirtschaftsunterricht muss jeder Halal-Fleisch zubereiten. Einwanderer brauchen nicht am ‚Nynorsk’-Unterricht teilzunehmen [wörtlich ‚Neu-Norwegisch’, das ein anderer Dialekt und eine andere Schreibweise des Norwegischen ist – es gibt zwei Formen der norwegischen Schriftsprache]. Ich musste an diesem Unterricht teilnehmen. Die moslemischen Mädchen brauchen an den Leibesübungen nicht teilzunehmen, weil sie sich natürlich nicht vor anderen Mädchen ausziehen dürfen. Wir müssen uns ihrer Kultur anpassen. Sie brauchen sich nicht an unsere anzupassen.“

Andreas’ Ansicht zu Mädchen:

“Es gibt eines, das mich mordsmäßig stört. Sie können anfangen, hinter norwegischen Mädchen her zu sein, aber wir dürfen nicht hinter ihren her sein. Das ist etwas, das man früh lernt. Man macht sich einfach nicht an ein pakistanisches Mädchen heran, aber norwegische Mädchen sind für Einwandererjungs verfügbar. Norwegische Mädchen  bevorzugen sie. Ich weiß nicht, warum. Ich vermute, es muß diese braune Haut sein. Dass sie hart sind, dass sie Geld haben, obwohl sie keine Jobs haben. Sie sehen nicht, dass sie in Rudeln kämpfen, dass sie Feiglinge sind. Ich fragte meine beste Freundin, ob wir eine romantische Beziehung haben könnten, und sie sagte mir, dass ich die richtige Persönlichkeit hätte, aber das Problem sei, dass ich Norweger bin. Sie möchte ein Verhältnis mit einem Ausländer haben.“

Er glaubt, dass Oslo schließlich zu Oslostan werden wird.

„Es wird nicht gleich passieren, aber so läuft es. Immer mehr Moslems treffen hier aus dem Ausland ein, und viele Norweger konvertieren. Ich persönlich weiß von fünf Konvertiten. Hier dreht sich alles um den Islam; der Islam ist stark, also warum gegen ihn ankämpfen?“

Der Verrat und das Schweigen

Andreas sagt, dass er sich verraten fühlt. Und seine Konversation mit den Journalisten von Finansavisen ist das erste Mal, dass Erwachsene ihn frei reden lassen, dass erste Mal, wo er sich nicht zurückhalten und sich Einschränkungen auferlegen muss. Er sagt, dass er Schauspieler werden will. Er möchte einen Film machen. Vielleicht einen Film über das wahre „Unser Tal“. Er sagt, dass er sich der HV-Jugend (der Jugendabteilung der Nationalgarde) anschließen will. „Er will die Uniform. Er lechzt nach der Autorität, die eine Uniform verleiht. Niemand legt sich mit einem Soldaten an.”

Die Reporter von Finansavisen meinen, dass Halbwüchsige für jeden den Harten geben können, und sie fragen sich, wie viel davon tatsächlich am Aufwachsen im Tal liegt und wie viel ein Trauma ist, das viele Pubertierenden erleben, wie Anderssein, Einsamkeit und Ausschließung. Sie fragen sie sogar, ob sie paranoid sind – ob es wirklich etwas gibt, vor dem man sich fürchten muss. Vielleicht haben sie sich absichtlich isoliert und sind untergetaucht und haben angefangen, imaginäre Schrecken zu verehren, die die Realität ersetzt haben?

Die Antwort der Jungen ist Gelächter:

Sie lachen. Sie lächeln. Die Journalisten haben nicht verstanden.

„Es ist keine Einbildung, wenn sie hinter mir herschreien, wenn sie mich bedrohen, wenn sie mich schlagen“, sagt Andreas.

„Fürchtet ihr euch, wenn ihr allein umhergeht?“

„Ich nicht. Nicht mehr“, sagt Marius.

„Es gibt nicht viele Orte, wo ich allein hingehe. Besonders nachts“, sagt Andreas.

Wir folgen Andreas zur U-Bahnstation.

„Sehen Sie?“, sagt er und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf zwei Einwanderer. „Sehen Sie, wie sie zurückstarren?“

Er hat recht. Sie starren. Wir senken unseren Blick als erste.

Wiederum hören wir die Tiermetaphern, von denen ihre Sprache durchsetzt ist:

„Sie sind wie Katzen, sagt Andreas – Katzen weichen nie zurück. Sie fordern einen heraus. Ich werde so verdammt wütend.“

Die U-Bahn trifft ein. Wir steigen ein. Nach ein paar Haltestellen steigt Andreas aus. Wir lehnen uns in unseren Sitzen zurück und versuchen, uns vom Rattern des Waggons in eine Art Schlaf wiegen zu lassen. Aber der Schlaf kommt nicht.

Die U-Bahn-Fahrt von Stovner nach Smestad dauert annähernd 35 Minuten.

Epilog: Nachdem er den Entwurf gelesen hatte, rief Marius uns an.

„Sie können die Aussage streichen, dass ich sicher herumgehen kann.“

„Warum?“

„Ich wurde gestern auf dem Heimweg von der Kneipe zusammengeschlagen.“

*   *   *

Zusätzliche Links zu Artikeln, die sich mit Groruddalen und „White flight“ aus Oslo befassen:

It’s Hard to be Norwegian in Groruddalen

Mugged by Reality in Groruddalen

Norwegian kid with hippie parents who get a reality check

Für eine vollständige Liste früherer Bereicherungsnachrichten siehe The Cultural Enrichment Archives.

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Ein Kommentar

  1. Richard

     /  Mai 15, 2013

    Vielen Dank für die Übersetzung!

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