Ich glaub‘ mein Zug kommt

train a-comin

Von Baron Bodissey.  Original: I Hear My Train A-Comin’, erschienen am 24. April 2008 auf „Gates of Vienna“ und von Transatlantic Conservative für seinen leider eingestellten Blog übersetzt. Baron Bodisseys Anlaß für dieses Stück war die Kontroverse, die um El Inglés’ „Surrender, Genocide, Or What?“ (Kapitulation, Genozid – oder was?) entbrannt ist. (Baron Bodissey betreibt zusammen mit seiner Frau Dymphna den Blog „Gates of Vienna“.)

An manchen Tagen beginnt der Morgen mit einem breiten Grinsen. In diesem, heutigen Fall, liegt die Verantwortung dafür eindeutig beim Baron von Gates of Vienna:

Ich glaub’, der Zug kommt
by Baron Bodissey

Aktuelle Ereignisse haben mich dazu inspiriert, eine Reihe von Kurzdramen zu schreiben, deren jedes aus einem Dialog zwischen Baron Bodissey und Herrn “Gesprächsbereit”, dem (kürzlich verstorbenen) grossen Schmierenkomödianten besteht. Bühnenbild: Draussen, in der einsamen Prärie sehen wir Herrn Dialogpartner inmitten der Eisenbahnschienen stehen, während Baron Bodissey aus der Nähe zusieht.

*   *   *

Szenario #1
Baron B.: Pass auf! Eine grosse Dampflok rast auf dich zu!

Herr G.: Du darfst nicht vergessen, dass nicht alle Dampfloks schlecht sind.

Baron B.: Aber diese da zerschmettert dich gleich …

Herr G.: Und ausserdem, was hast du gegen Dampf? Bist du etwa ein Verfechter des Benzins?

Baron B.: Ich —

Herr G.: Du mußt vorsichtig sein, die Leute könnten meinen, du seist ein Benzinverfechter, selbst wenn du keiner bist.

Baron B.: Warte —

Herr G.: Vor allem, wenn du mit Krypto-Dieselisten zusammenarbeitest.

Baron B.: Oh, nein…

Herr G.: SPLATSCH!

*   *   *

Szenario #2

Baron B.: Pass auf, ein Zug rast auf dich zu!

Herr G.: Bist du etwa Befürworter eines Zugunglücks?

Baron B.: Nein, ich will nur –

Herr G.: Allein die Beschreibung eines Zugunglücks öffnet der Empfehlung eines solchen Tür und Tor.

Baron B.: Ey, Mann, schau hinter dich!

Herr G.: Warum sollte ich? Damit würde ich dir und deinen Kumpanen doch nur Glaubwürdigkeit verleihen.

(Pfeifen einer Lokomotive aus nächster Nähe)

Herr G.: Schrei mich nicht an!

Baron B.: Oh weh!

Herr G.: SPLOTSCH!

*   *   *

Szenario #2,115,282- – – – – – – –

Baron B.: Geh’ von den Gleisen runter! Ein Zug kommt!

Herr G.: Welche Art Zug?

Baron B.: Ein sehr schneller.

Herr G.: Es ist von höchster Wichtigkeit, zwischen radikalen Zügen und moderaten Zügen zu unterscheiden.

Baron B.: Zu viel Dampf. Ich kann den Unterschied nicht sehen.

Lokführer aus dem Off: (Sehr laut) Geh von den Gleisen, Blödmann!

Herr G.: Aah, wunderbar! Ich begrüsse diesen Dialog …

Baron B.: Oh, neiiin —

Herr G.: BLORF!


Ich habe einige Millionen von diesen. Aber ich denke, Ihr versteht die allgemeine Richtung meines Schaffens.
Schreiber zusätzlicher Szenarien sind willkommen!

SPLOBSCH

trainacomin

Und das ist den Lesern dazu eingefallen:

Diamed:

Haha – mal sehen:

Mr. D: Paß auf! Ein Zug kommt!

Mr. G: Na und? Ich werde nicht mehr da sein, wenn er eintrifft.

Mr. D: Aber er wird Sally, George und Hanna überfahren!

Mr. G: Was bedeuten die mir, was bedeutet mir überhaupt etwas?

Mr. D: Oh neiiin!

sploosh, splish, splash.

[Anm. d. Ü.: dazwischen hat sich ein “liberaler” Kommentator namens “The Poster Formerly Known As Gordon”, alias “Ex-Gordon” oder “Nodrog” zu Wort gemeldet, auf den die folgenden Kommentare teilweise anspielen (z.B. “X-G”)]

Mikael:

Mr. M: Paß auf, ein Zug kommt!

Mr. X-G: Was soll’s? Was bedeutet ein weiterer Zug?

Mr. M: Aber er kommt genau auf dich zu!

Mr. X-G: Blödsinn! Du solltest ihm das ‘in dubio pro reo’ zugestehen.

Mr. M: [Sehr laut] Verdammt noch mal, geh weg, du Dummschwätzer…

Mr. X-G: Außerdem ist es ja nur die Lok, die ein paar Probleme verursachen könnte. Die Waggons werden sich sauber in unsere eigenen Waggons einfügen, und ehe du dich’s versiehst, wirst du keinen Unterschied mehr feststellen können.

Mr. M: Ok wie du willst. Noch ein Hinweis: Die Lok ist das, was vorne ist.

Mr. X-G: Also bitte! Sei nicht so voreingenommen und nimm nicht automatisch an…[SPLAT!]

Sagunto:

Ich stimme Mr. Nodrog zu, daß andere Szenarien möglich sind, obwohl ich seinen offenkundigen Mangel an Kreativität bedaure.   Hier also…

Laßt mich die dramatis personae vorstellen, wie sie die Bühne von Scenario IV, Akt I betreten:

Mr. Grey: der Kommentator der gerne TAFKAP nachahmt.
Mr. Shady: Mr. Missa Milsum, der natürlich eine Art Anagramm des schwer faßbaren assimilierten Moslems ist.
Mr. White: der sture Naivling, auch bekannt als Herr “Gesprächsbereit”.
Mr. Black: der Baron, der tragische Held dieses retro-modernen Epos.

Szene:
– Nodrog, das heißt Mr. Grey, und Missa „Shady“ Mosle-.. äh Milsum haben ein nettes Abteil im Dampfzug auf der eingleisigen Strecke besetzt.  Shady hebt seinen Hintern vom Plüsch (nein, das ist europäisch) .. dem ausgestopften samtenen Sitz und schaut durch sein Fernglas hinaus. Als er seinen Blick auf eine wild gestikulierende Gestalt richtet, erkennt er den Baron, Mr. Black.. Folgen wir nun ihrer Konversation…

Grey:
– Was sehen Sie, Mr. Shady?

Shady:
Ich sehe einen Mann… der mitten auf den Schienen steht und den Weg zu unserer Bestimmung blockiert…

Grey:
– Welche Eloquenz, lieber Sir; ist das alles, was Sie sehen?

Shady:
Nein, warten Sie! Ein weiterer Mann springt wie verrückt neben unserer Route des Fortschritts auf und ab und schreit dem anderen etwas zu…

Grey:
– Wie lebhaft und doch passend Ihre Schilderung der Dinge ist; denken Sie, daß sie diesen Zug anzuhalten versuchen?

Shady:
Oh nein, auf keinen Fall, lieber Mr. Grey, das eine Hindernis berückt uns, äh… oder wie sagt man auf Amerikanisch – ja: sein Rücken ist uns zugewandt, und der andere scheint in davor retten zu wollen, sozusagen lokomotiviert zu werden. [grinst]

Grey:
– Hört, hört, wie ich Ihr Neusprech liebe, Mr. Shady, ein wahrer Aktivposten für unsere Kultur! Wir werden also nicht anhalten, schätzen Sie?

Shady:
Nein, Mr. Grey, werden wir nicht. Nichts kann uns jetzt stoppen, und wir machen vor nichts halt! UnserVorrücken ist der Fortschritt der Nation; eine große reorganisierte Familie, die dem Vorrang des öffentlichen Bedürfnisses gewidmet ist, Ansjillah!

Grey:
– Sie meinen, wir werden...

Shady [leicht irritiert]:
Werden was?

Grey:
– Sie wollten sagen, daß wir vor nichts haltmachen werden, lieber Mr. Shady..

Shady:
Belehren Sie mich ja nicht, Mr. Bleichflüssigkeit, Sir! Bloß weil mein Englisch hin und wieder etwas seltsam erscheint!

Grey:
– Seltsam in der Tat, Mr. Shoddy sir; was war das, was Sie vorhin sagten, das kleine Etwas mit -illah?

Shady:
Ja – naja, tut mir leid, daß es mich etwas mitgerissen hat. Ich wollte natürlich sagen, “so Gott will“ . Aber auf den Fortschritt vertrauen wir, oder?

Grey:
– Das ist richtig, Mr. Shady, wir sind die wahren Progressiven! Denken Sie daran.

Shady:
Hey, haben Sie gerade diesen Stoß gespürt?

Grey:
– Stoß? Oh, das ist nichts. Ich fürchte, es wird noch viele weitere “Stöße” geben. Jetzt schauen Sie nach vorne, Mr. Shady und genießen die Landschaft, während ich die Gesammelten Werke von Karen Armstrong wieder weiterlese.

– *** Ende *** – (vorläufig…)

…Und weiter fährt der Zug der hehren Gedanken, bis zum Horizont. Was wird in der nächsten Episode dieser großen Geschichte passieren?

Freundliche Grüße aus Amsterdam,
Sag.

Bilgeman:

Bastardisiertes Heinlein Scenario [aus “Starship Troopers”, d. Ü.]:

Der Limey [Engländer]: „Hey… was tun Sie da?“

Der Radfahrer [Charles Johnson von “Little Green Footballs”] (schluchzend und weinend): „Ich erschieße meinen Hund.“

Der Limey: „Warum zum Geier tun Sie DAS?“

Der Radfahrer: „Er hört nicht auf, mir das ganze Haus vollzuscheißen.“

Der Limey: „Ist er krank?“

Der Radfahrer: „Nicht daß ich wüßte; seine Nase ist kühl und feucht, er ist sehr aktiv, und ich weiß, daß er einen herzhaften Appetit hat. Er verbellt jeden Nachmittag den Briefträger.“

Der Limey: „Was tun Sie, wenn der Wauzi auf Ihren Boden kackt?“

Der Radfahrer: „Ich mache sauber und schreie ihn an, und dann schreibe ich darüber in meinem Blog. Sie trösten mich dort in meinem Kummer und schreien ihn auch an.“

Der Limey: „Schlagen Sie ihn?“

Der Radfahrer: „Das ist inhuman!“

Der Limey: „Nein, ist es nicht; hauen Sie ihn einfach mit einer zusammengerollten Zeitung…die ‘News of the World’ funktioniert recht gut.“

Der Radfahrer: „Stiften Sie mich zur Gewalt gegen einen unschuldigen Hund an?“

Der Limey: „Nein, Kumpel, das ist Abrichtung. Legen Sie ihn nur an die Leine und führen Sie ihn…“

Der Radfahrer: „Ihn an eine LEINE legen? Sie befürworten, daß ich Fido einsperre für das, was er ist?“

Der Limey: „Zu sein, was er ist, bedeutet, daß er in Ihrem Haus heerumscheißt. Wenn Hundeerziehung nicht Ihre Stärke ist, könnten Sie Ihrem Hund vielleicht einen künstlichen Darmausgang machen lassen.“

Der Radfahrer: „Man sollte Sie verhaften! Sie befürworten Einsperrung, physische Gewalt und medizinische Eingriffe gegen des Menschen besten Freund… den Hund!“

Der Limey: „Nur so aus Neugier, GEFÄLLT es Ihnen, inmitten seiner Häufchen zu leben?“

Der Radfahrer: „Ich hasse es… sie sind riesig, und sie stinken!“

Der Limey: „Na dann, Kumpel, sehe ich keine andere Möglichkeit zur Lösung Ihres Dilemmas… machen Sie weiter und erschießen Sie Ihren Hund.“

Der Radfahrer: „Sie NAZI! Sie Faschist! Sie…Sie…Speziesist! Ich werde in meinen Blog gehen und alle meine Freunde vor Ihnen warnen!“

Der Radfahrer radelt weg, wobei der Hund fröhlich hinter ihm herjagt. Der Radfahrer setzt sich an seinen Computer und tippt vor sich hin… und der Hund läßt ein kolossales Häufchen auf den Wohnzimmerteppich fallen.

°   °   °   °

(Quelle der Übersetzung:  hier)

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