Der EU-Raubzug gegen Zyperns Banken sollte hier die Alarmglocken läuten lassen

Zyprioten treffen Bankenvertreter in Nikosia

Zyprioten treffen Bankenvertreter in der Hauptstadt Nikosia.

Von Leo McKinstry. Original: EU raid on Cyprus banks should ring alarm bells here, erschienen am 18. März 2013 im „Express”.
Übersetzung: Lucifex

Voller Verachtung für den Nationalstaat, besessen von der Ausweitung ihrer Macht, ist die EU eine riesige Zerstörungsmaschine. In ihrem unerbittlichen Drang nach politischer Integration hat sie unsere Demokratie, unsere Unabhängigkeit, unser Justizsystem und unsere Grenzen ruiniert.

Der Schaden, der den Volkswirtschaften Europas durch die EU zugefügt wurde, ist genauso groß gewesen. Brüssel versprach, dass die Schaffung der Einheitswährung ein neues Zeitalter des Wohlstands herbeiführen würde.

Stattdessen hat der Euro einen niemals endenden Alptraum geschaffen.

Während die Schlangen der um Arbeitslosengeld Anstehenden länger werden und die Lebensstandards sinken, geraten die Schulden immer weiter außer Kontrolle. Die Politik wiederholter Rettungspakete seitens der Eurokraten hat das Problem nur verschlimmert und zerrt die gesamte Eurozone noch weiter in Richtung Bankrott.

Jeder Mitgliedsstaat der EU zahlt einen schrecklichen Preis für diese Katastrophe. Aber jetzt ist den auf Zypern lebenden Menschen in einer dramatischen neuen Wendung dieser unheilvollen Saga die willkürliche finanzielle Bestrafung mitgeteilt worden, die sie als direktes Ergebnis des Missmanagements der EU erleiden werden.

Wie so viele andere Nationen in der sklerotischen Eurozone hat Zypern mit exzessiven Schulden und einer sich verschlimmernden Rezession zu kämpfen gehabt, daher ist seine Regierung zur Ausverhandlung eines Rettungspakets von 8,7 Milliarden Pfund [d. Ü.: = ca. 10 Milliarden Euro] mit der EU gezwungen gewesen. Aber mit einer wachsenden Arroganz, entstanden aus ihrer Verachtung für die Demokratie, hat die EU im Gegenzug für diese Unterstützung eine brutale Strafe über Zypern verhängt. Auf Befehl der EU werden alle Sparer auf der Insel, egal wie klein ihre Einlagen sind, eine happige Abgabe an die Regierung zahlen müssen.

Denjenigen mit Ersparnissen von weniger als € 100.000,–, dem Äquivalent von 87.000 Pfund, wird eine Rate von 6,75 Prozent abgepresst werden. Für diejenigen mit mehr als € 100.000,– auf der Bank wird die Rate auf 9,9 Prozent steigen.

Die Auferlegung einer Abgabe ist ein Zug von zweifelhafter Legalität und empörender Unmoral. Um die potentiellen rechtlichen Probleme zu umgehen, haben die EU und die zypriotische Regierung den Griff nach dem Geld als „Steuer“ verkleidet, aber er ist nichts dergleichen. Es ist staatlich organisierte Beschlagnahme in epischem Ausmaß, nicht ethischer als ein Bankraub.

Wenn eine Regierungsinstitution plötzlich, ohne zeitgerechte Ankündigung oder öffentliche Debatte oder Mandat der Wähler, beinahe zehn Prozent der Ersparnisse der Bankkunden auf Anweisung der EU zu beschlagnahmen beschließt, dann kann niemand in Europa das Gefühl haben, dass sein Geld sicher ist. Solch diebisches Verhalten, ohne Respekt für Eigentum oder Individualrechte, ist wie etwas aus der alten Sowjetunion.

Ausländer mit Bankkonten in Zypern sind von der Abgabe genauso betroffen wie die einheimische Bevölkerung, obwohl George Osborn, der Schatzkanzler, gestern versprach, dass jeder, der im britischen Militär oder in der britischen Regierung dient, für jeden Verlust entschädigt werden würde.

Das könnte eine ziemlich heftige Rechnung für den Steuerzahler sein, angesichts dessen, dass etwa 3.500 britische Angehörige der Streitkräfte auf der Insel stationiert sind. Aber es ist nur richtig, dass sie nicht dafür bestraft werden, dass sie ihrem Land dienen. Andere Briten in Zypern werden schwer verlieren, falls die Abgabe voll eingeführt wird.

Die britischen Gesamteinlagen in zypriotischen Banken sollen 1,7 Milliarden Pfund wert sein, daher werden die Kosten für die Sparer mindestens 120 Millionen Pfund ausmachen. Aber die Implikationen der Abgabe reichen viel weiter als nur ins Bankensystem von Zypern.

Falls die kommt, dann ist nun ein katastrophaler Präzedenzfall gesetzt worden, bei dem die EU nun das Gefühl hat, dass sie Zugriff auf alle unsere Sparkonten verlangen kann. Eine riesige neue lukrative Einnahmenquelle hat sich den Brüsseler Bürokraten eröffnet, die seit langem das Recht gefordert haben, europaweite Steuern einzuführen.

EU-Befürworter haben diese Aktion zu rechtfertigen versucht, indem sie behaupteten, dass Zypern ein Sonderfall sei, teilweise weil es als eine Art Steueroase fungiert und riesige Summen russischen Geldes angezogen hat, die insgesamt geschätzte 18 Milliarden Euro wert sind.

Es wurde geargwöhnt, dass ein bedeutender Betrag dieser russischen Finanzmittel mit Geldwäscheoperationen in Zusammenhang steht, daher äußerten die EU-Zahlmeister, und insbesondere die Deutschen, die Besorgnis, dass jegliche Rettungsmittel einfach in den Taschen reicher Ausländer landen könnten. Sie waren daher entschlossen, harte Bedingungen mit ihrem Unterstützungspaket zu verbinden.

Aber ihr Ansatz ist so typisch für die moderne herrschende Klasse. Die kleinen Leute werden für die Sünden der Elite bestraft. Statt auf zwielichtige Oligarchen loszugehen, schlagen die EU und die zypriotische Regierung auf anständige Sparer ein.

Es ist symbolisch für den Wahnsinn des gesamten EU-Projekts. Brüssel versaut die europäische Wirtschaft völlig mit seiner idiotischen Einführung einer mängelbehafteten Einheitswährung, aber statt den Fehlschlag zuzugeben und den Mitgliedsstaaten zu erlauben, ihre eigene wirtschaftliche Unabhängigkeit zurückzugewinnen, drückt es weiterhin eine gescheiterte Einigungsstrategie durch.

Alles, von Jobs bis zu Sparkonten, wird nun auf dem Altar dieser Ideologie geopfert, für die niemand in Europa stimmte.

Falls die Eurokraten denken, dass dieser neueste Raubzug die Einheitswährung retten wird, so irren sie sich.

Durch ihre Begierde, die Beschlagnahme privater Geldmittel zu fordern, haben sie jegliches verbliebene öffentliche Vertrauen in den Euro und das europäische Bankensystem völlig zerstört. Es wird fast sicher einen Run auf zypriotische Banken geben, was den gesamten Zweck des EU-Rettungspakets untergräbt. Die Ansteckung wird sich auf andere anfällige, schuldenbeladene Staaten wie Irland, Spanien und Portugal ausbreiten.

Der einzige sichere Platz wird außerhalb der EU sein. Daher sollte die Regierung unseren Ausstieg aus diesem Imperium des Ruins planen.

°   °   °   °   °

(Siehe auch Autoaufkleber sagen Eurokraten, sie sollen sich aufhängen sowie 16.03.2013)

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2 Kommentare

  1. Richard

     /  März 19, 2013

    Hallo,

    vielen Dank für die gelungene und rasche Übers. des Artikels!
    Dein Blog ist wirklich sehr interessant und auf meiner Blogliste gelandet, ich werde Deine schöne Seite weiterempfehlen!

    Antworten
  2. Lucifex

     /  März 19, 2013

    Danke, Richard! Hier wird es noch viel zu lesen geben.

    Antworten

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