Das Goldene Zeitalter des Islam: Ein archäologisches Nichts

tataouine

Von John J. O’Neill.  Original: Islam’s Golden Age: An Archaeological Nonentity, erschienen am 27. Februar 2010 bei „Gates of Vienna“.

In meinem kürzlich erschienenen Buch “Holy Warriors: Islam and the Demise of Classical Civilization” habe ich detailliert argumentiert, daß der Islam, weit davon entfernt, eine Kraft der Aufklärung im sogenannten Dunklen Zeitalter zu sein, tatsächlich verantwortlich war für die Zerstörung der alphabetisierten und städtischen Zivilisation, die wir jetzt die klassische nennen, und daß es, wenn überhaupt, der Islam war, der Europas Abstieg in die Rückständigkeit während des Mittelalters verursachte. An derselben Stelle habe ich im Detail argumentiert, daß das islamische Goldene Zeitalter des späten siebten bis mittleren zehnten Jahrhunderts, in dem der Islam sich angeblich im Licht der Wissenschaft und Gelehrsamkeit gesonnt hat, ein kompletter Mythos ist, und daß keine solche Epoche jemals existierte. Die Beweise dafür sind archäologischer Natur.

Bis zum neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert waren Gelehrte gezwungen, sich hinsichtlich ihres Wissens über die Welt der Antike und des Mittelalters gänzlich auf schriftliche Quellen zu verlassen. Der kompetente Historiker hatte natürlich immer die entscheidende Fähigkeit gehabt, zwischen Fakten und Fabeln zu unterscheiden, zwischen Propaganda und ehrlicher Berichterstattung. Es gab auch ab dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert eine ausgereiftere Form der Textkritik. Dennoch, egal wie kritisch der Gelehrte war, am Ende war alles, womit er arbeiten konnte, das geschriebene Wort. Aber dies alles begann sich im neunzehnten Jahrhundert zu ändern. Von da an hatten die Gelehrten etwas Unabhängiges, mit dem sie die Behauptungen der Chronisten und Annalenschreibe von einst überprüfen konnten: die Wissenschaft der Archäologie.

Bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts hatten die Archäologen begonnen, ein recht umfassendes Bild der Archäologie Europas und des Nahen Ostens zusammenzufügen. In der Tat gehörten und gehören mehrere Gebiete des Nahen Ostens, wie Ägypten, Palästina und der Irak, zu den am gründlichsten durch Ausgrabungen erforschten Regionen der Erde.

Mittelalterkundler waren natürlich sehr daran interessiert gewesen, etwas Licht auf die romantische, wenn auch anscheinend fabelhaft reiche und kultivierte islamische Welt des siebten, achten und neunten Jahrhunderts zu werfen. Seltsame und wundersame Geschichten wurden über diese Epoche erzählt, wenngleich alle darin übereinstimmten, daß es ein Zeitalter hoher Zivilisation war. In der Tat wurde das siebte bis zehnte Jahrhundert, wie wir sahen, als das islamische Goldene Zeitalter betrachtet. Dies war das Zeitalter der Omayyaden- und Abbasidenkalifen; die romantische Epoche von Scheherazade und Harun al-Raschid, dem fabelhaft reichen Kalifen von Bagdad, von dem es heißt, daß er die Verkleidung eines gewöhnlichen Mannes angelegt und nachts durch die schwach beleuchteten Straßen der Metropole gewandert sei – einer Stadt von angeblich einer Million Menschen. Diese Epoche, und diese allein, soll das Zeitalter der kulturellen Vorherrschaft des Islams markiert haben. Man betrachte die folgende Beschreibung eines englischen Historikers über das Cordoba des achten bis zehnten Jahrhunderts, typisch für das Genre:

„In Spanien … führt die Gründung der Omayyaden-Macht eine Ära beispielloser Pracht herbei, die ihren Höhepunkt im frühen zehnten Jahrhundert erreicht. Die große Universität von Cordoba ist gedrängt voll mit Studenten … während die Stadt selbst das Staunen von Besuchern aus Deutschland und Frankreich erregt. Die Ufer des Gualadquivir sind gesäumt von luxuriösen Villen, und – geboren aus einer Laune des Herrschers – erhebt sich der berühmte Palast der Blume, eine fantastische Stadt der Freuden.“ (H. St. L. B. Moss, „The Birth of the Middle Ages; 395-814“, Oxford University Press, 1935). Alle stimmten darin überein, daß die islamische Welt in späteren Jahren, vom elften Jahrhundert an, schnell hinter den Westen zurückzufallen begann.

Nach dem Wort der geschriebenen Geschichten erwarteten die Archäologen also, von Spanien bis zum östlichen Iran eine blühende und lebhafte Kultur zu finden; eine islamische Welt enormer Städte, ausgestattet mit all dem Reichtum der Antike und dem Beutegut, das in den moslemischen Eroberungskriegen angesammelt worden war. Sie hofften, Paläste zu finden, öffentliche Bäder, Universitäten und Moscheen, alle reich mit Marmor, Keramik und Steinschnittarbeiten verziert.

Tatsächlich fanden sie nichts dergleichen.

Das archäologische Nichterscheinen des islamischen Goldenen Zeitalters ist sicherlich eine der bemerkenswertesten Entdeckungen, die im vergangenen Jahrhundert ans Licht kamen. Es hat nicht für die sensationellen Schlagzeilen gesorgt, die wir erwarten würden, aus dem simplen Grund, daß eine Nichtentdeckung für die Öffentlichkeit weit weniger interessant ist als eine Entdeckung. Andererseits stellten sich die Archäologen vor, während sie vergeblich Ausgrabungsstätte um Ausgrabungsstätte durchsuchten, daß sie nur kein Glück gehabt hätten; daß mit der Ausgrabung des nächsten Tages die fabelhaften Paläste und Bäder enthüllt werden würden. Und dies ist nun schon seit hundert Jahren das Muster gewesen…

In Wirklichkeit ist die islamische Welt über grob drei Jahrhunderte eine buchstäbliche Leerstelle. Im Normalfall finden wir ein oder zwei Fundstücke, die dem siebten Jahrhundert zugeschrieben werden, dann über drei Jahrhunderte nichts, dann ein Wiedererscheinen archäologischen Fundmaterials im mittleren oder späten zehnten Jahrhundert. Nehmen Sie zum Beispiel Ägypten. Ägypten war im frühen Mittelalter das größte und bevölkerungsreichste islamische Land. Die moslemische Eroberung des Landes fand 638 oder 639 statt, und wir sollten erwarten, daß die Invasoren fast sofort angefangen hätten, unter Nutzung des Reichtums des Landes zahlreiche und prächtige Gebetsstätten zu bauen – aber augenscheinlich taten sie das nicht. Nur zwei Moscheen in ganz Ägypten, beide in Kairo, sollen aus der Zeit vor dem elften Jahrhundert stammen: die Amr ibn al-As, 641 n. Chr., und die Ahmad ibn Tulun, 878 n. Chr. Jedoch weist das letztere Gebäude viele Merkmale auf, die man nur bei Moscheen des elften Jahrhunderts findet, daher ist ihre Datierung mit 878 umstritten. Also haben wir in Ägypten eine einzige Gebetsstätte, die Moschee Amr ibn al-As, die aus der Zeit drei Jahre nach der moslemischen Eroberung stammt, dann weitere dreieinhalb Jahrhunderte lang nichts. Warum sollten die Moslems in einer enormen Stadt mit vielleicht bis zu fünf Millionen Einwohnern über dreihundert Jahre warten, bevor sie sich eine Gebetsstätte bauen?

Und es ist dasselbe in der ganzen islamischen Welt. Egal, wohin wir gehen, von Spanien bis in den Iran, es gibt buchstäblich nichts zwischen ca. 650 und 950. Spanien soll, wie wir gesehen haben, in den zwei Jahrhunderten nach der arabischen Eroberung des Jahres 711 angeblich eine Blüte der islamischen Kultur und Zivilisation erlebt haben; und die Stadt Cordoba soll zu einer hochentwickelten Metropole mit einer halben Million Menschen oder mehr herangewachsen sein…

Wir erinnern uns an die Beschreibung einer blühenden und sehr reichen Metropole durch den oben zitierten Autor. Dennoch gab derselbe Autor zu: „Wenig bleibt von der Architektur dieser Periode.“ Wenig, in der Tat! Tatsächlich ist das einzige moslemische Bauwerk in ganz Spanien, das aus der Zeit vor dem elften Jahrhundert stammt, die sogenannte Moschee von Cordoba; und sogar diese ist streng genommen kein islamisches Bauwerk: es war ursprünglich die westgotische Kathedrale von St. Vinzenz, die – angeblich in den Tagen von Abd er-Rahman I. – in eine Moschee umgewandelt wurde. Dennoch könnten die existierenden islamischen Merkmale gleichermaßen in die Zeit von Abd er-Rahman III (spätes 10. Jhd.) gehören, von dem wir wissen, daß er Umbauarbeiten an der Kathedrale durchführte, indem er ein Minarett und eine neue Fassade hinzufügte. (Louis Bertrand, „The History of Spain“, 2. Auflage, London 1945, S. 54)

Der Großteil der islamischen Merkmale des Gebäudes stammt in Wirklichkeit aus der Zeit nach Abd er-Rahman III, und es gibt keine sichere Möglichkeit, irgendetwas davon ins achte Jahrhundert zu datieren.

Cordoba Mezquita mit Römerbrücke über Guadalquivir

Die Armut der sichtbaren islamischen Überbleibsel wird normalerweise damit erklärt, daß die Christen die moslemischen Monumente nach der Rückeroberung der Stadt zerstört hätten. Zugegeben, die Christen könnten all die Moscheen zerstört haben – obwohl sogar das unwahrscheinlich erscheint – aber sie hätten sicherlich keine opulenten Paläste, Bäder, Befestigungsanlagen etc. zerstört. Dennoch hat nichts von diesen – zumindest nichts, das dem achten bis frühen zehnten Jahrhundert zugeschrieben wird – überlebt. Und selbst wenn wir annehmen, daß solche eine universale und sinnlose Zerstörung stattgefunden hätte, müssen wir annehmen, daß wir zumindest unter der Erde reichlich arabische Fundamente finden würden, wie auch Artefakte, Werkzeuge, Töpferwaren etc.

In der Tat würde der Archäologe in einer Stadt von mehr als einer halben Million Menschen, wie es das Cordoba des achten, neunten und zehnten Jahrhunderts gewesen sein soll, einen Überreichtum solcher Dinge erwarten. Sie sollten mit fast jeder Schaufel voll Dreck aus dem Boden zum Vorschein kommen.

Nun ist Cordoba in den vergangenen siebzig Jahren oder so ausgiebig durchgegraben worden, oft spezifisch um nach arabischen/maurischen Überresten zu suchen. Was ist also gefunden worden?

Laut dem prestigereichen „Oxford Archaeological Guide“ hat die Stadt nach erschöpfenden Ausgrabungen folgendes geoffenbart:

a) den südwestlichen Teil der Stadtmauer, die „vermutlich“ aus dem neunten Jahrhundert ist;

b) einen kleinen Badekomplex aus dem 9./10. Jahrhundert, und

c) einen „Teil“ der Omayyaden-Moschee (8./9. Jahrhundert)

(Oxford Archaeological Guide, Collins 1998, S. 73, 119, 120)

Dies ist alles, was man aus zweieinhalb Jahrhunderten der Geschichte einer Stadt mit angeblich einer halben Million Menschen entdecken kann. Und der Rest Spaniens, der mit gleicher Energie untersucht worden ist, kann wenig mehr liefern. Ein paar Siedlungen hier und ein paar Fragmente von Töpferwaren dort, üblicherweise mit zweifelhafter Datierung und oft als „vermutlich“ aus dem neunten Jahrhundert oder dergleichen beschrieben.

Die schiere Armseligkeit dieser Überreste kann nur angemessen verstanden werden, wenn wir sie mit anderen gut belegten archäologischen Zeitaltern vergleichen. So hat zum Beispiel ein einziges Jahrhundert aus der Geschichte des kaiserlichen Roms nicht tausende, sondern buchstäblich Millionen archäologischer Funde ergeben, von Amphitheatern und Tempeln bis zu Stücken von Töpferwaren und Kunstobjekten. Daß beinahe drei Jahrhunderte islamischer Geschichte – drei Jahrhunderte eines angeblichen Goldenen Zeitalters des Überflusses und Reichtums – von der Atlantikküste Marokkos bis zur Grenze Indiens buchstäblich nichts hervorbringen können, ist eine äußerst erstaunliche Tatsache; eine Tatsache, die unerbittlich zu einer einzigen Schlußfolgerung führt: nämlich daß das Goldene Zeitalter des achten, neunten und zehnten Jahrhunderts ein Mythos ist. Und die schwer faßbare Natur allen Materials aus diesen drei Jahrhunderten, in jedem Teil der islamischen Welt, läßt uns fragen, ob der Aufstieg des Islams nicht irgendwie fehldatiert worden ist: Denn das erste echte Zeichen (im archäologischen Sinn), das der Islam in Spanien hinterlassen hat, wird auf das mittlere zehnte Jahrhundert datiert, in die Zeit von Abd er-Rahman III; dessen Leben viele auffallende Vergleiche mit seinem Namensvetter und angeblichen Vorfahren Abd er-Rahman I. aus dem achten Jahrhundert zuläßt.

Wiederum gibt es seltsame und auffallende Parallelen zwischen den Hauptereignissen der islamischen Geschichte des siebten und achten Jahrhunderts einerseits und des zehnten und elften Jahrhunderts andererseits. So soll zum Beispiel die christliche Reconquista in Spanien um 720 herum begonnen haben, mit dem großen Sieg von Don Pelayo bei Covadonga; aber die wahre Reconquista begann dreihundert Jahre später mit den Siegen von Sancho von Navarra um 1020. In ähnlicher Weise soll die islamische Invasion Indiens um 710 – 720 mit den Siegen von Muhammad bin Qasim begonnen haben, obwohl die „reale“ islamische Eroberung der Region mit den Siegen von Mahmud von Ghazni begann, ungefähr zwischen 1010 und 1020.

Was bedeutet dies alles?

Der Mangel an moslemischem archäologischem Material aus der Zeit vor dem zehnten und elften Jahrhundert (mit der Ausnahme von zwei oder drei Monumenten wie des Felsendoms in Jerusalem und der Amr-ibn-al-As-Moschee in Kairo, gewöhnlich aus der Mitte des siebten Jahrhunderts) deutet darauf hin, daß der Aufstieg des Islams fehldatiert worden ist, und daß sich irgendein Fehler in die Chronologie eingeschlichen hat. Aber ob Fehler oder nicht, die Tatsache, daß aus der Zeit vor der Mitte des zehnten Jahrhunderts buchstäblich nichts gefunden worden ist, bedeutet, daß der Islam keine blühende, reiche und kultivierte Zivilisation war, während Europa im Dunklen Zeitalter steckte. Im späten zehnten Jahrhundert erlebte Europa seine eigene „Renaissance“, mit einem Aufblühen von Kunst und Architektur, wovon vieles stark an die spätklassischen Werke der späten merowingischen und westgotischen Periode erinnerte.

Kommentare aus dem Originalstrang bei „Gates of Vienna“:

randian:

Wenn die Reconquista nicht vor den frühen 1000er-Jahren begann, meinst du damit, daß

a) der Islam 300 Jahre unbestrittener Herrschaft in Spanien hatte oder

b) die Invasion des Islams in Spanien 300 Jahre später stattfand als nach der Standardchronologie?

Falls letzteres, erhebt das die Frage: von wem erhielt man die Geschichte dieser Zeitperiode? Aus islamischen oder europäischen Quellen? Was geschieht mit dem großen Loch in der europäischen Geschichte, das die letztere Interpretation erzeugt?

Der Islam hat das Christentum in Nordafrika in weit kürzerer Zeit völlig eliminiert. Es scheint unwahrscheinlich, daß noch irgendwelche Christen in Spanien übrig wären, wenn die Moslems 300 unbehelligte Jahre Zeit gehabt hätten.

Warum wurde die Moschee von Cordoba nach der Reconquista nicht wieder als Kathedrale von St. Vinzenz geweiht? Die Symbole ihrer früheren Oberherren würde als hohe Priorität erscheinen.

Zimri:

Hallo, ich bin’s wieder – Zimri (el), LGF-Gesperrter, regelmäßiger Blogmocracy-Kommentator und sporadischer GoV-Troll.

Ich habe dies bei Blogmocracy geschrieben, aber es verträgt eine Wiederholung hier; leicht entmotzt.

Ich fange mit dem an, was O’Neill richtig macht. Ward-Perkins weist darauf hin, daß Nordafrika bereits im Jahr 600 eine Katastrophe war (danke, Wandalen! Und danke, Justinian!) Und der Iran war während der ganzen Omayyadenzeit ein Kriegsgebiet. Wir können den Arabern absolut vorwerfen, daß sie den Iran zerstört haben. Und wir können an ihnen bemängeln, daß sie auch mit Nordafrika und Spanien nichts Erstrebenswertes gemacht haben.

Und hier ist, was O’Neill falsch macht:

1) Er übergeht die Omayyadenzeit in Syrien und Ägypten. Selbst er muß zugeben, daß es dem Fruchtbaren Halbmond um einiges besser ging als dem Rest des alten Römischen Reiches. Ward-Perkins weist in „Fall of Rome“ auf das (omayyadische) Syrien und Ägypten als die große Ausnahme gegenüber der Armut des Dunklen Zeitalters hin (S. 126).

2) Er sollte die literarischen Berichte über islamische Bauprogramme nicht ignorieren, weil mehrere davon von ihren Gegnern kommen. Zum Beispiel der Sozialreformer Yazid III. Er erhielt seine Unterstützung von Leuten, die die früheren Omayyaden satt hatten, die Steuergelder für große architektonische Unnötigkeiten verschwendeten. Also GAB es eindeutig Bautätigkeit – Yazid zählt als Zeuge, weil er sich darüber beschwert.

3) In seiner Konzentration auf Spanien und Nordafrika vernachlässigt er nicht nur Syrien, sondern auch den Irak. Er muß uns einen weiteren Absatz geben, der erklärt, wo Harun al-Raschids Palast war und warum die Moschee von Samarra, die 848 n. Chr. in Auftrag gegeben wurde, nicht als Architektur zählt. (Man könnte hier auf eine Menge anderer Moscheen hinweisen)

4) Syrien, Irak, Ägypten behielten lange Zeit nichtmoslemische Mehrheiten. Selbst wenn es in (sagen wir) abbasidischer Zeit Reichtum gab, würden die ausgegrabenen Schätze einfach… goldene Menorahs und nestorianische Kreuze sein. Oy vey.

5) Hülägü Khan. Die Mongolen suchten und zerstörten absichtlich moslemische Gebäude (und verschonten nestorianische Kirchen, aus welchem Grund auch immer). Nachdem Bagdad eine Stadt blieb, in der Menschen lebten, und Babylon aufgegeben worden war, können wir erwarten, eine Menge cooler Sachen in Babylons Ruinen zu finden, aber Bagdads Ruinen würden einfach überbaut werden.

Also, zusammengefaßt: er überzeugt mich nicht. Er geht absichtlich in provinzielle Bereiche und nimmt das als Beweis. Es wäre so wie wenn ein mit den Vereinigten Staaten der 1880er Jahre befaßter Archäologe eine Geisterstadt in New Mexico findet, die von einer Bahnlinie umgangen wurde, und daraus schließt, daß die Zeit hier ein Dunkles Zeitalter gewesen sei.

Das soll nicht heißen, daß er falsch LIEGT – es ist nur so, daß er es falsch ANGING. Wenn er seine These beweisen will, dann muß er sich der Bedenken annehmen, die ich vorgebracht habe.

steve:

Es lag weitgehend daran, daß die Moslems die europäischen Handelsrouten nach Asien und Afrika etc. blockierten, daß Europa ins Dunkle Zeitalter fiel, da dies der Wirtschaft von Byzanz und anderen europäischen Nationen riesigen Schaden zufügte, und es war kein Zufall, daß sich das Glück der Europäer erst wendete, als sie diese moslemische Blockade im 16. Jahrhundert mit Hochseereisen überwanden, die die Handelsrouten nach China etc. wiedereröffneten, die unter Rom existiert hatten.

Watching Eagle:

Randian, Nordafrika war nach der “moslemischen Eroberung” jahrhundertelang großteils nichtmoslemisch. Was noch sachdienlicher ist, schau dir den Balkan an (1389 – 1900) und Indien (1200er – 1700er), und du kannst sehen, daß nichtmoslemische Mehrheiten 500 Jahre lang angesichts der Fremdherrschaft an ihrer Existenz festhielten, so wie sie es in Spanien taten.

Ich habe das Buch [Holy Warriors] gelesen. O’Neill hat recht mit seiner These, daß EUROPA vom Islam im 7. und 8. Jahrhundert tiefgreifend verändert wurde.

Jedoch glaube ich, daß er fehlinformiert ist darüber, daß es eine „Lücke von 300 Jahren“ gäbe.

Das Problem ist, daß O’Neill eine gute Frage stellt: „Warum haben die Moslems im frühen 8. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Niedergang verursacht, aber der ideologische Einfluß war nicht vor dem 10. und 11. Jahrhundert zu spüren?“, und dann damit weitermacht, die Frage aus einer Zeitschleife des 21. Jahrhunderts zu beantworten.

Wenn es keine Massenkommunikation gab, keine schnellen Verkehrsmittel, keine universale Bildung und einen Mangel an weitverbreiteter Alphabetisierung, dann wird der Fluß von Ideen viel viel langsamer gewesen sein. Tatsächlich könnte man vernünftigerweise mindestens 200 Jahre nachdem die Moslems einen wirtschaftlichen Niedergang verursacht hatten, keinen weite Verbreitung des ideologischen Einflusses des Islams erwarten.

Eine weitere Schwäche bei der „Lücken“-Idee ist, daß O’Neill theoretisiert, daß Mohammed früher als nach den Aufzeichnungen gelebt haben muß, nachdem es nicht genug Zeit gibt, daß die „Lücke“ Sinn ergibt.

Diese Art von „Zerstörung des Dorfes, um es zu retten“ untergräbt seine ganze Theorie schwer.

Ein weiteres Problem ist, daß die Chinesen und Inder Aufzeichnungen führten und es darin keinen Hinweis auf eine Lücke gibt.

Beruhend auf der These der „Abwesenheit eines Beweises“ schlage ich eine interessante hypothetische Situation vor:

Angenommen, wir schreiben das Jahr 2700 AD:

Europa ist vor Jahrhunderten ein Kalifat geworden, und einige der technologischen Fortschritte des 21. Jahrhunderts sind verlorengegangen.

Ein Archäologe weist darauf hin, daß es sehr wenige Beweise für all die angeblichen Gebäude des Westens zwischen 1700 und 2000 AD gibt (wenige der gegenwärtigen Gebäude sind dafür gebaut, weitere 700 Jahre zu überdauern), und bemerkt, daß es eine große Ähnlichkeit zwischen den Daten 11.9.1683 und 11.9.2001 gibt. Er fragt sich, wie die Moslems sich WIRKLICH 300 Jahre lang zurückgezogen haben konnten, und ob es WIRKLICH so viele „Science-Fiction“-Erfindungen in diesen angeblichen 300 Jahren (1700 – 2000) gegeben hat. Es wäre doch sicherlich wahrscheinlich, daß es diese 300 Jahre nie gegeben hat, und daß die „geschichtlichen Überlieferungen“ (wenngleich sowohl von moslemischen und nichtmoslemischen westlichen Quellen erwähnt) bloße Erfindungen waren, RICHTIG???

Und übrigens werden nichtmoslemische Europäer bis 2100 so weit geschwunden sein, kombiniert mit solch massiver moslemischer Einwanderung nach Europa, daß dieses Szenario gar nicht so weit hergeholt erscheint.

Die Moral: Wirf nicht die Geschichte aus dem Fenster, nur weil sie nicht zu deiner gegenwärtigen alltäglichen Erfahrung paßt.

Watching Eagle

Mehr über Spanien und die westlichen/moslemischen Kalender:

Was Spanien angeht, und den Mangel an archäologischen Funden vor dem 10. Jahrhundert, muß man verstehen, was die Geschichte sagt: daß Spanien im Jahr 750 eine Zuflucht der Omayyaden war, und somit eine Art „Rebellenkönigreich“, das vom Rest des islamischen Imperiums dieser Zeit abgeschnitten war. Man kann kaum erwarten, daß solch ein Staat gleich von Anfang an reich und mächtig wäre. Dies würde erklären, warum die Moslems während der 800er-Jahre aus Frankreich zurückgeschlagen und nach Spanien zurückgetrieben wurden. Erst im Jahr 929 erklärten die Omayyaden, daß sie ein Kalifat in Cordoba seien – und tatsächlich gab es in den 900ern ein großes Wiederaufleben des Dschihad als Folge der neuen moslemischen Macht.

Mehr noch, wenn es eine „Lücke“ von 300 Jahren gab, würde es seltsam erscheinen, daß ganz Europa sich vor den Moslems fürchtete, wenn sie die Moslems in kaum zwei Generationen nach der moslemischen „Hochwassermarke“ in Spanien den ganzen Weg von Covadonga bis südlich von Toledo zurückgedrängt hätten!! [falls Toledo 785 zurückerobert wurde, wie das Buch hypothetisiert.]

Es ist daher unwahrscheinlich, daß der Reichtum Cordobas jemals vor 200 Jahren nach der moslemischen Eroberung Spaniens existierte (konsistent sowohl mit der Geschichte als auch der Archäologie).

Ein weiteres Problem mit der Theorie von der „Lücke“ ist daß das byzantinische Reich im 7. Jahrhundert nicht zusammengebrochen ist, und daß Rom während der 660er nicht bedroht wurde.

In den 960ern würde das Ziel des Papstes, Rom deutschen Schutz zu geben, wahrscheinlicher erscheinen, aufgrund der Tatsache, daß Sizilien und Teile Süditaliens zu der Zeit unter moslemischer Herrschaft waren.

Noch ein Problem mit der „Lückentherorie“ ist wie folgt:

Warum setzte sich das „Heilige Römische Reich“ aus Mitteldeutschland und den Alpenregionen zusammen (den am wenigsten von den Moslems und Wikingern betroffenen Gebieten), aber nicht aus Frankreich, Spanien und England (die angegriffen wurden)?

Weitere Probleme sind, daß selbst mit der „Lücke“ die Schlacht von Manzikert immer noch ein Jahrhundert zu spät ist, als daß die „Lücke“ irgendeinen Sinn ergäbe.

Schlußendlich gibt es das Kalenderproblem. O’Neill scheint zu denken, daß die Moslems einfach die Daten vom Westen kopierten, nachdem sie die Jahre nicht sehr gut markieren konnten.

Aber dies ist aus zwei Gründen höchst unwahrscheinlich:

1) der westliche Kalender beruht auf der Sonne und will die Jahreszeiten passend halten – der Mond ist irrelevant. Der moslemische Kalender beruht total auf dem Mond – die Jahreszeiten werden nicht beachtet. Das moslemische Kalenderjahr dauert nur 354 Tage (deshalb verschiebt sich der Ramadan gemessen am westlichen Kalender durch die Jahreszeiten), daher sind 100 moslemische Jahre gleich 97 westlichen (Sonnen-) Jahren. Deshalb haben wir nach dem moslemischen Kalender jetzt das Jahr 1431 (NICHT 1378).

Man kann nicht einfach eine fixe Zahl von Jahren an den westlichen Kalender anfügen und so das korrekte moslemische Jahr erhalten – und Leute, die ihn richtig berechnen konnten, konnten SICHERLICH die Übersicht über die Jahre behalten!

Problem 2: es gibt bis zurück ins 11. Jahrhundert moslemische Münzen, die sowohl das Jahr nach Christus als auch nach der Hedschra tragen. Dies ist 1 – 2 Jahrhunderte BEVOR das Buch sagt, daß das Anno-Domini-System von Rom populär gemacht wurde. Was die Münzen besagen, ist, daß das A.D.-Datierungssystem in weit verbreitetem Gebrauch in europäischen Ländern war, mit denen die Moslems Kontakt hatten, oder deren Herrscher sie waren. Nachdem das A.D.-System auf MOSLEMISCHEN Münzen verwendet wurde, war es mindestens 1 – 2 Jahrhunderte davor in vielen westlichen Ländern in breiter Verwendung (man erinnere sich, daß die Verbreitung von Ideen damals sehr langsam war).

Man denke auch daran, daß die Moslems in den ersten moslemischen Jahrhunderten keinen größeren Prozentsatz der Bevölkerung in der „moslemischen Welt“ (Ägypten, Syrien, Nordafrika) stellten als die Moslems im Europa von 2010.

Daher ist es logisch, daß die Moslems um ihrer „ungläubigen“ Untertanen und Kunden willen das A.D.-Datum auf ihren Münzen hinzugefügt haben konnten.

Aber es ist lächerlich zu glauben, daß irgendein Moslem damit durchgekommen sein könnte, daß er sich den Kalender „von den ungläubigen Hunden borgte“ und beim Datum irgendwie vom Jahr 100 n. Hedschra zum Jahr 410 sprang, ohne daß die Leute es merkten und der Kalif ihn köpfte.

Wann war das letzte Mal, daß die Moslems etwas von anderen Kulturen lernten und damit zugaben, daß sie das taten, weil sie es nicht selber wußten?

(Quelle der Übersetzung: hier)

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Ein Kommentar

  1. Maria Gnädig

     /  Mai 28, 2013

    Ist hier eigentlich folgendes Buch bekannt?
    Pressburg, GOOD BYE MOHAMMED
    Eine MUSS_Lektüre für kritische Geister.
    Siehe auch die Seite islamfacts.info

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