Die Kreuzzüge: Eine Reaktion auf islamische Aggression

Arn der Kreuzritter 1

Von John J. O’Neill.  Original: The Crusades: A Response to Islamic Aggression, erschienen am 20. Februar 2010 bei „Gates of Vienna“.

Vorwort von Baron Bodissey:

John J. O’Neills neuester Essay beleuchtet die historische Realität der Kreuzzüge, die eine Defensivaktion gegen die gewaltsame Ausbreitung des Islams in Territorien waren, die jahrhundertelang Teil der Christenheit gewesen waren.

Einer der stärksten Mythen unserer Zeit ist der, daß die Kreuzzüge wenig mehr als ein unprovozierter Angriff eines barbarischen Europas gegen eine ruhige und kultivierte islamische Welt gewesen seien. Nach konventionellen Vorstellungen war das siebte und achte Jahrhundert das große Zeitalter der islamischen Expansion. Man sagt uns, daß die islamische Welt im elften Jahrhundert – zur Zeit des Ersten Kreuzzuges – ruhig und gesetzt war und daß daraus folgt, daß die Kreuzritter die Aggressoren waren. In der Tat werden die Kreuzritter routinemäßig als eine Horde von Barbaren aus einem rückständigen und abergläubischen Europa dargestellt, die in die kultivierte und urbane Welt des Nahen Ostens im elften Jahrhundert einfielen.

Dies ist zumindest die populistische Sprache, die oft im Fernsehen und in Zeitungsartikeln zur Anwendung kommt. In meinem neuen Buch „Holy Warriors: Islam and the Demise of Classical Civilization“ habe ich jedoch gezeigt, daß die Christen vor der Ankunft des Islams gar kein Konzept des „Heiligen Krieges“ hatten und daß es die Moslems selbst waren, von denen die Europäer diese Idee übernahmen. Ich zeigte auch, daß die Kreuzzüge, die weit davon entfernt waren, ein unprovozierter Akt der Aggression seitens des christlichen Europa zu sein, Teil eines Rückzugsgefechts waren, welches das moslemische Vordringen aufhalten sollte, das am Anfang des elften Jahrhunderts wie nie zuvor drohte, ganz Europa zu überwältigen.

Trotz der in „Holy Warriors“ präsentierten Beweise ist es Konsens unter der Mehrzahl der Mittelalterhistoriker, daß die Bedrohung durch den Islam sehr wenig, wenn überhaupt etwas mit den Kreuzzügen zu tun hatte; die Moslems wären einfach die bequemen Ziele eines unzivilisierten und brutalen Europas gewesen, das in einer Kultur gewohnheitsmäßiger Gewalt und Räuberei feststeckte. Die „Energien“ von Europas Kriegerklasse, heißt es, wurden vom Papsttum einfach von Zerstörung im Inneren weg und auf die bequemen Ziele der islamischen Welt umgelenkt. Dies ist zum Beispiel die Linie, die von Marcus Bull in seiner Untersuchung der Kreuzzüge in „The Oxford History of the Crusades“ vertreten wird. In einem Artikel von fast zehntausend Worten berücksichtigt Bull die moslemische Bedrohung überhaupt nicht. In der Tat erwähnt er sie nur, um sie von der Hand zu weisen:

„Die Perspektive eines mittelmeerweiten Kampfes [zwischen Islam und Christentum] war nur für jene Institutionen sichtbar, besonders für das Papsttum, welche die nachrichtendienstlichen Netzwerke, das Verständnis für Geographie und das Gefühl einer langen historischen Tradition hatten, um eine breite Sicht auf die Christenheit und die ihr drohende, reale oder eingebildete mißliche Lage einzunehmen. Dies ist ein Punkt, der betont werden muß, weil die Terminologie der Kreuzzüge oft ungenau auf all die Fälle in den Jahrzehnten vor 1095 angewendet wird, in denen es zu einem Schlagabtausch zwischen Christen und Moslems gekommen war. Eine Idee, die der unpräzisen Anwendung zugrunde liegt, ist daß der Erste Kreuzzug der letzte und der Höhepunkt einer Reihe von Kriegen im elften Jahrhundert war, welche Kreuzzugscharakter gehabt hätten und effektiv „Probeläufe“ gewesen seien, die die Europäer mit den wesentlichen Merkmalen des Kreuzzugs vertraut gemacht hatten. Dies ist eine unhaltbare Sichtweise.“ (Marcus Bull, „Origins“, in Jonathan Riley Smith [Hrsg.] „The Oxford History of the Crusades“, S. 19).

Mit welcher Berechtigung, könnten wir fragen, trennt Bull die früheren christlich-moslemischen Konflikte des elften Jahrhunderts in Spanien, Sizilien und Anatolien vom ersten Kreuzzug? Die Antwort kann man kaum als überzeugend bezeichnen. „Es gibt eine Menge Hinweise darauf”, sagt er, „daß die Menschen den Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II von 1095/96 als eine Art Schock für das System der Gemeinschaft betrachteten: man empfand ihn als wirksam genau deshalb, weil er anders war als alles, was zuvor versucht worden war.“ (ebd.)

Natürlich war er anders. Der Papst hatte ein Treffen aller Potentaten und Prälaten Europas einberufen, um zur Zusammenstellung einer mächtigen Streitkraft zu drängen, die nach Konstantinopel marschieren und schließlich das Heilige Land zurückerobern sollte. Es war etwas Neues wegen seines Ausmaßes und Ehrgeizes. Aber die Verbindung mit dem zu verwerfen, was zuvor in Spanien und Sizilien – und Anatolien – geschehen war, ist lächerlich. Solch eine Behauptung kann nur einer Geisteshaltung entspringen, die die Kreuzritter irgendwie als Aggressoren sehen und sie daher von den legitimen Verteidigungskriegen loslösen muß, die die Christen in den Jahrzehnten unmittelbar vor 1095 in Spanien und im ganzen Mittelmeerraum geführt hatten.

Tatsache ist, daß die Christenheit in den zwanzig Jahren vor dem Ersten Kreuzzug ganz Anatolien verloren hatte, ein größeres Gebiet als Frankreich und eine Region, die gleich vor der Türschwelle Europas lag. Im Jahr 1050 unternahm der Seldschukenführer Togrul Beg einen Heiligen Krieg gegen die Christen Anatoliens, die bis dahin der Macht der Kalifen widerstanden hatten. Man sagt uns, daß 130.000 Christen in dem Krieg starben, daß aber die Christen nach Togrul Begs Tod im Jahr 1063 ihre Unabhängigkeit und Freiheit wieder behaupteten. Dies sollte jedoch von kurzer Dauer sein, und kaum daß Togrul Begs Neffe Alp Arslan zum Sultan proklamiert worden war, wurde der Krieg wieder aufgenommen. 1064 wurde die alte armenische Hauptstadt Ani zerstört, und der Fürst von Kars, der letzte unabhängige armenische Herrscher, „übergab seine Länder mit Freuden an den [byzantinischen] Kaiser im Austausch für Ländereien im Taurusgebirge. Große Zahlen von Armeniern begleiteten ihn in seine neue Heimat.“ (Steven Runciman, „The History of the Crusades“, Band 1 [Cambridge 1951] S. 61). In der Tat wurde zu dieser Zeit die gesamte armenische Nation effektiv hunderte Meilen weiter nach Süden und Westen verpflanzt.

Aber die türkischen Angriffe gingen weiter. Von 1065 an wurde die große Grenzfestung Edessa jährlich angegriffen. Im Jahr 1066 besetzten sie den Paß der Armanusberge, und im nächsten Frühjahr plünderten sie die kappadokische Metropole Caesarea. Im nächsten Winter wurden die byzantinischen Armeen bei Melitene und Sebastea besiegt. Diese Siege verschafften Alp Arslan die Kontrolle über ganz Armenien, und ein Jahr später stieß er tief ins Imperium vor, 1068 nach Neocaesarea und Amorium, 1069 nach Iconium und 1070 nach Chonae nahe der ägäischen Küste. (ebd.)

Diese Ereignisse machen vollkommen deutlich, daß die Türken nun alle asiatischen Besitzungen des Reiches bedrohten, wodurch die Position von Konstantinopel selbst zunehmend unsicher wurde. Die kaiserliche Regierung war zum Handeln gezwungen. Konstantin X, dessen Vernachlässigung der Armee weitgehend für die Katastrophen verantwortlich war, die nun das Reich überwältigten, war 1067 gestorben und hatte einen jungen Sohn, Michael VII unter der Regentschaft der Kaiserinmutter Eudoxia zurückgelassen. Im nächsten Jahr heiratete Eudoxia den Oberkommandierenden Romanus Diogenes, der auf den Thron erhoben wurde. Romanus war ein hervorragender Soldat und aufrichtiger Patriot, der sah, daß die Sicherheit des Reiches vom Wiederaufbau der Armee und letztendlich der Rückeroberung Armeniens abhing. (ebd.)

Innerhalb vier Monaten nach seiner Thronbesteigung hatte Romanus eine große, aber unzuverlässige Streitmacht zusammengestellt und machte sich auf zur Begegnung mit dem Feind. „In drei anstrengenden Feldzügen“, schreibt Gibbon, „wurden die Türken hinter den Euphrat zurückgetrieben; beim vierten und letzten machte Romanus sich an die Befreiung Armeniens.“ („Decline and Fall“, Kap. 57). Hier jedoch, in der zukunftsträchtigen Schlacht von Manzikert (1071), wurde er besiegt und gefangengenommen, und ganz Armenien war unwiederbringlich verloren.

Schlacht von Manzikert

Die Schlacht von Manzikert.

Jedes ehrliche Lesen dieser Ereignisse läßt uns ohne irgendeinen Zweifel, daß der Aggressor Alp Arslan und seine Türken waren, und daß Romanus Diogenes’ Marsch nach Armenien ein letzter verzweifelter Gegenangriff der Byzantiner war, um den Verlust von ganz Anatolien zu verhindern. Doch beobachte man, wie die Schlacht im kürzlich veröffentlichten „Chambers Dictionary of World History“ beschrieben wird:

„Der byzantinische Kaiser Romanus Diogenes (1068/71) versuchte sein Reich nach Anatolien auszuweiten, wurde jedoch bei Manzikert nahe dem Van-See von den seldschukischen Türken unter Alp Arslan (1063/72) besiegt, der dann eine ausgewachsene Invasion Anatoliens startete.“ (Bruce Lenman [Hrsg.], „Chambers Dictionary of World History“, London 2000, S. 585).

Wir sehen in dem Obigen ein drastisches Beispiel für die Desinformation, die von der Mentalität der Political Correctness verbreitet wird, wo das Opfer in den Angreifer verwandelt und der Angreifer als Opfer dargestellt wird.

Alp Arslan wurde ein Jahr später getötet, und die Eroberung Kleinasiens, von buchstäblich allem, was von Byzanz’ asiatischen Besitzungen noch übrig war, wurde von seinem Sohn Malek Shah (1075 – 1084) vollendet. Diese Eroberungen bescherten den Türken den Besitz der Festung von Nicäa an der Südküste des Marmarameeres, und das Überleben Konstantinopels stand in Frage.

Dies sind nun die größeren politischen Ereignisse, die den Ersten Kreuzzug ankündigten. Innerhalb eines Zeitraums von fünfunddreißig Jahren hatten die Türken die Kontrolle über christliche Territorien übernommen, die größer waren als die Gesamtfläche Frankreichs, und nun standen sie an der Türschwelle Europas bereit. Wir sind daran gewöhnt, uns die Kreuzzüge zuerst und vor allem als einen Versuch der Christen vorzustellen, das Heilige Land und Jerusalem zurückzuerobern; aber dies ist ein Irrtum. Der Kaiser Alexios I. Komnenos richtete nun seinen berühmten Appell an den Papst, nicht um Jerusalem zu befreien, sondern um die Türken von seiner Tür zu vertreiben und die riesigen christlichen Territorien in Kleinasien zu befreien, die erst vor so kurzer Zeit von den Anhängern des Halbmondes verheert und annektiert worden waren. Es stimmt natürlich, daß die Türken, die auch die Kontrolle über Syrien/Palästina übernommen hatten, nun ein barbarisches Regime in dieser Region führten, und daß die Leiden christlicher Pilger wie auch einheimischer christlicher Bevölkerungen in diesem Gebiet, die von Peter dem Eremiten und anderen so lebhaft beschrieben worden waren, der Kreuzzugsbewegung einen starken emotionalen Impuls unter gewöhnlichen Europäern verliehen; aber die Erleichterung des Loses der Pilger war – zumindest anfänglich – nicht das primäre Ziel der Kreuzfahrer. Dennoch war die barbarische Natur der türkischen Handlungen in Palästina ein Mikrokosmos ihres Verhaltens in allen christlichen Gebieten, die sie eroberten, und die Natur ihrer Herrschaft im gesamten Nahen Osten wird daher von Gibbon in seiner üblichen lebhaften Weise beschrieben:

„Die orientalischen Christen und die lateinischen Pilger beklagten eine Revolution, die statt der regulären Regierung und der alten Allianz der Kalifen ihren Nacken das eiserne Joch der Fremden aus dem Norden auferlegte. An seinem Hof und in seinem Lager hatte der große Sultan in gewissem Ausmaß die Künste und Verhaltensweisen Persiens übernommen, aber die Gesamtheit der türkischen Nation, und besonders die Hirtenstämme, atmeten immer noch die Grimmigkeit der Wüste. Von Nicäa bis Jerusalem waren die westlichen Länder Asiens ein Schauplatz fremder und einheimischer Feindseligkeit, und die Hirten Palästinas, die eine prekäre Herrschaft über eine unsichere Grenze ausübten, hatten weder die Muße noch die Fähigkeit, den langsamen Profit kommerzieller und religiöser Freiheit abzuwarten. Die Pilger, die durch unzählige Gefahren die Tore Jerusalems erreicht hatten, waren die Opfer privater Räuberei oder öffentlicher Unterdrückung, unterlagen oft dem Druck von Hunger und Seuchen, bevor sie das Heilige Grab grüßen durften. Ein Geist angeborenen Barbarentums, oder neu erworbenen Eifers, veranlaßte die Türken dazu, den Klerus jeder Sekte zu beleidigen; der Patriarch wurde an den Haaren über das Pflaster geschleift und in ein Verlies geworfen, um von seiner Herde Lösegeld zu erpressen, und der Gottesdienst in der Grabeskirche wurde oft von der unzivilisierten Grobheit ihrer Herren gestört.“ (Kapitel 57)

Die gewöhnliche Landbevölkerung Europas mag sich der Gefahr aus dem Osten nicht voll bewußt gewesen sein, aber die herrschenden Klassen und die Kirche konnten nichts anderes als alarmiert gewesen sein. Aber selbst wenn die Kleinbauern und Handwerker Europas wenig über Anatolien wußten, hatten sie bestimmt etwas Wissen über die moslemische Bedrohung. Es ist Marcus Bulls Behauptung, daß sie es nicht wußten, welche unhaltbar ist. Das Vordringen von Abd er-Rahman III und Al-Mansur durch Nordspanien in den letzten Jahren des zehnten Jahrhunderts wird eine Flut christlicher Flüchtlinge nach Südfrankreich getrieben haben, und die Überfälle selbst nach Südfrankreich, die bis weit ins elfte Jahrhundert hinein weitergingen, werden Flüchtlinge von dort nach Mittel- und Nordfrankreich getrieben haben. Diese Menschen werden das Wissen um die Gefahr in ganz Westeuropa verbreitet haben. Zugegeben, Bauern und Handwerker werden ein sehr unvollkommenes Verständnis des Islams und dessen gehabt haben, was Moslems wirklich glaubten, aber darum geht es nicht: sie wußten genug, um zu wissen, daß Moslems die Feinde Christi waren; daß sie Krieg gegen Nichtkombattanten führten und Frauen und Kinder versklavten, und daß sie ganz Spanien erobert hatten und Frankreich bedrohten.

Und dies ist ein Punkt, der wiederholt betont werden muß: Die Realität ist, daß der Islam – weit davon entfernt, ruhig und friedlich zu sein – in den letzten Jahren des zehnten Jahrhunderts wieder einmal auf dem Marsch war. Moslemische Armeen führten von einem Ende der islamischen Welt bis zum anderen Eroberungskriege gegen Ungläubige, von Spanien im Westen bis Indien im Osten, und diese neue Aggression war nicht auf die östlichen und westlichen Ausläufer beschränkt, sondern lief auf der ganzen Länge der Grenzen des Islams ab. Die christlichen Königreiche von Armenien, Georgien und Byzanz wurden mit Auslöschung bedroht, und moslemische Heere kämpften in Sizilien und anderen Mittelmeerländern gegen Christen. Viele Aspekte dieser neuen islamischen Vorstöße, besonders jener, die um den Anfang des elften Jahrhunderts in Spanien und Indien stattfanden, erinnern in seltsamer Weise an die frühere islamische Expansion im achten Jahrhundert; in der Tat so sehr, daß dies sogar den beiläufigen Beobachter zur Frage veranlassen könnte, ob die Geburt des Islams nicht irgendwie fehldatiert und um mehrere Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückverlegt worden ist. So sagt man uns zum Beispiel, daß die hauptsächliche islamische Invasion Indiens mit den Eroberungen von Mahmud von Ghazni begann, einem in Afghanistan ansässigen türkischsprachigen Fürsten, der eine Reihe von 17 Feldzügen nach Nordindien durchführte. Diese begannen im Jahr 1001 und endeten 1026, gerade vier Jahre vor seinem Tod; eine Reihe von Feldzügen, wie wir anmerken sollten, die in dem Land immense Zerstörungen und Verluste von Leben verursachten. Bis zu den 1020ern behrrschte Mahmud ein Reich, das einen Großteil des Industales, Afghaniens und Persiens umfasste. Dennoch scheinen diese Eroberungen am Anfang des elften Jahrhunderts ein Echo jener von Muhammed bin Qasim drei Jahrhunderte früher zu sein, der ein islamisches Reich in ungefähr demselben Gebiet schuf (ca. 710).

Es ist auch seltsam, daß Mahmud Ghaznis Name sich nur wenig von dem seines Vorgängers unterscheidet. Nur das „n“ in Ghazni unterscheidet es von Qasim, ein Wort, daß man genauso als Qasmi schreiben konnte.

Am westlichen Ende der islamischen Welt begegnen wir demselben Phänomen. „Im zehnten Jahrhundert“, sagt Runciman, „stellten die Moslems von Spanien eine sehr reale Bedrohung für die Christenheit dar.“ (Runciman, zitiertes Werk S. 89). Unter Abd er-Rahman III (912 – 961) fanden die Anhänger Mohammeds einen Führer, der versprach, die Erfolge des achten Jahrhunderts zu wiederholen. Als Gründer des Kalifats von Cordoba führte er den Vorsitz über ein neues Zeitalter der Pracht und mitlitärischen Stärke. Seine Streitkräfte bekämpften die Christen im Norden, und die Grenze zwischen den beiden Religionen wurde durch die Schlachten markiert, die er schlug. Die entscheidendste davon war die bei Simancas (939) zwischen Salamanca und Valladolid am Fluß Duoro, wo er gestoppt wurde. Dies waren Gebiete, die zwei Jahrhunderte früher von den Moslems überrannt worden waren, obwohl die Christen sie anscheinend in der Zwischenzeit zurückerobert hatten. In vieler Weise ähnelt Abd er-Rahman also seinem Vorfahren und Namensvetter Abd er-Rahman I., der diese Gebiete im achten Jahrhundert eroberte. Und dieser neue Eroberungsimpuls ging unter Al-Mansur (980 – 1002) weiter, in dessen Karriere die moslemische Macht erneut ganz Spanien umfassen sollte, einschließlich des äußersten Nordens. Er verbrannte Leon, Barcelona und Santiago de Compostela und stieß in Nachahmung seiner moslemischen Vorgänger fast drei Jahrhunderte zuvor über die Pyrenäen vor. Man sagt uns, daß zu Al-Mansurs Zeit „die Christen sich nie zuvor in solch kritischer Lage befunden hatten.“ (Louis Bertrand, „The History of Spain“, 2. Auflage, London 1945, S. 57).

Es waren die Angriffe von Al-Mansur, die schließlich das christliche Europa zur Reconquista aufrüttelten, die mit den Feldzügen von Sancho III (genannt der Große) von Navarra und dem normannischen Baron Roger de Tony in den 1020ern begann. Dennoch erinnern diese Ereignisse an die früheren Anfänge der Reconquista mit dem Sieg von Don Pelayo bei Covadonga um 718.

Der Leser könnte sich fragen, warum dieses „Wiederaufleben“ der islamischen Eroberungen im elften Jahrhundert den islamischen Eroberungen des siebten und achten Jahrhunderts so unheimlich zu ähneln scheint. Dies ist in der Tat ein strittiger Punkt: einer der in einem zukünftigen Artikel diskutiert werden soll. Für den Moment ist alles, was betont werden muß, daß das zehnte und elfte Jahrhundert im Gegensatz zum populären Glauben eine Zeit der massiven Expansion des Islams waren, einer Expansion, die überall entlang der Grenze des Islams zur Christenheit zu spüren war. Die Kreuzzüge waren eindeutig Teil eines Versuches, diese Aggression einzudämmen.

Kreuzritterburg Krak des Chevaliers

Die Kreuzritterburg Krak des Chevaliers.

Kommentare aus dem Originalstrang bei „Gates of Vienna“:

Ron Russell:

Es hat mich immer erstaunt, wie viele zeitgenössische Historiker die Geschichte umzuschreiben bereit sind, um unter völliger Mißachtung früherer historischer Aufzeichnungen gegenwärtigen Normen und Werten zu entsprechen. Ihre Agenda scheint eine der Indoktrination zu sein statt eine der Wahrheit. Ich habe dies in den vergangenen Jahren wieder und wieder erlebt, daß alte Geschichtsbücher zugunsten neuerer beiseite geworfen wurden, die nicht die Wahrheit wiedergeben, sondern eine neue, populärere Version vergangener Ereignisse. Man hat oft gesagt, daß die Sieger die Geschichte schreiben, aber hier scheinen wir den umgekehrten Fall zu haben, wo die Sieger eine ungerechtfertigte Schuld für das empfinden, was sie als vergangene Missetaten sehen, und das in ihre Darstellungen schreiben. Man kann sich leicht dieses und jenes aussuchen und zu beliebigen vorgefaßten Schlußfolgerungen kommen, indem man die Gesamtmasse der Beweise ignoriert.

mace:

Es gibt eine Tendenz, die Geschichte in Abschnitten zu sehen (nützlich für Propagandisten) statt als fortlaufenden Prozeß; natürlich waren die Kreuzzüge ein Gegenangriff als Reaktion auf 400 Jahre islamischer Aggression. Alles, was wir zu tun brauchen, ist auf eine Karte der Mittelmeerwelt im frühen 7. Jahrhundert zu verweisen und auf eine des 11., um zu verstehen, welche Seite der Aggressor war. Selektiver Gedächtnisschwund ist nicht auf Moslems und engstirnige westliche Historiker beschränkt; die Japaner leiden auch unter dieser Krankheit.

Ich habe gerade angefangen, „Holy Warriors“ zu lesen – in der Tat sehr interessant. Es ist mir immer als offensichtlich erschienen, daß die islamische Kontrolle des Mittelmeers die europäische und kulturelle Entwicklung jahrhundertelang gelähmt hat, und moslemische Sklavenjäger bedrohten zum Beispiel Europa im 17. Jahrhundert immer noch. Das einzige „Geschenk“, das die Moslems den Europäern machten, ist, daß sie sie gezwungen haben, Seewege nach Süd- und Ostasien zu suchen.

O’Neills Buch ist das erste Werk, das ich gelesen habe, welches ein zusammenhängendes Bild des zerstörerischen Einflusses des Islams auf die westliche Zivilisation präsentiert. Ich hatte das Ausmaß nicht erkannt, in dem die griechisch-römische Zivilisation sich erholt hatte, bevor sie durch den islamischen Ansturm ausgelöscht wurde. Empfehlenswert.

rebelliousvanilla:

Dies hat mich an eine Diskussion erinnert, die ich mit einem dummen Mann hatte, der davon schwafelte, wie tolerant die Moslems in Andalusien waren; ein Mythos, den ich mit historischen Fakten und Zitaten von Leuten aus dieser Zeit total zerstörte. Jedenfalls bin ich jedes Mal sehr erschüttert, wenn ich mit Ausländern (aus dem Westen) rede, deren Vorstellung von der Geschichte so von dem verzerrt worden ist, was man sie in der Schule gelehrt hat. Hier lehrt man uns die reale Version, die nahe an dem liegt, was John O’Neill in diesem Essay schrieb. Aber noch einmal, wir könnten nicht wirklich davon reden, wie friedlich und tolerant die Moslems waren, angesichts dessen, daß sie uns jahrhundertelang zu versklaven versuchten und wir die ganze Zeit (bis zum Ersten Weltkrieg oder so) gegen sie kämpfen mußten. Aber andererseits werden wir einer zwangsweisen Gedächtnislöschung über die Dinge unterzogen, die 1989-1990 geschahen, und unsere Geschichtsbücher sind diesbezüglich Schwindel, daher bin ich unsicher, ob sie uns nicht gehirnwaschen könnten – sie müßten aber jeden einzelnen Aspekt der Wahrheit löschen.

PatriotUSA:

Ich lese zur Zeit ein Buch über die Umschreibung der amerikanischen Geschichte. Ich muß es in kurzen Abschnitten lesen, weil ich mich zu sehr darüber aufrege, was aus unseren Geschichtsbüchern und historischen Archiven reingewaschen wurde. Man kann wirklich die Auswirkungen des giftigen Eintopfs aus Diversity, Multikulturalismus und PC-ness sehen, nachdem die Geschichte über die frühen 1960er hinaus fortgeschritten ist.

Die Kreuzzüge waren eine Reaktion auf die Bedrohung des massiven islamischen Expansionismus. Man kann dies auf die heutigen Kämpfe mit dem Islam übertragen. Nur daß er heute auf eine vollständige und totale globale Herrschaft aus ist.

Wir lassen das genau vor unserer Nase geschehen.

heroyalwhyness:

Ich lese gerade John J. O’Neills Buch “ Holy Warriors” und habe seine hier und bei JihadWatch.org veröffentlichten Essays verfolgt.

Als jemand, der nie gern Geschichte gelesen oder studiert hat, habe ich eine Menge Aufholarbeit vor mir. Glücklicherweise ist das gegenwärtige Weißwaschen der Geschichte zum größten Teil ebenfalls meiner Aufmerksamkeit entgangen.

Nach 9/11 hatte ich das Glück, Robert Spencers JihadWatch.org zu finden, wo er den Kontext der Kreuzzüge in der richtigen historischen Perspektive präsentierte. Soweit ich mich erinnere, ist dies auch die Seite, die mich zu GoV brachte, nachdem Fjordman, Dymphna und Baron Bodissey erhellende Kommentare schrieben, die meine volle Aufmerksamkeit fesselten.

Jedenfalls ist es bei begrenztem Kontakt mit Geschichte kein Zufall, daß die Geschichtslektionen, die ich in der Provinzschule während der frühen 1960er erhielt, sich glatt zu O’Neills zeitgerechtem Werk fügen, wo der gegenwärtigen Generationen aufgesetzte „Orientalismus“ mühsam versucht, ein rundes Loch mit einem peinlich quadratischen Stöpsel zu stopfen. Er paßt einfach nicht. Das islamische Narrativ ergibt einfach keinen Sinn. Die islamische Welt, wie sie heute ist, widerspiegelt Jahrhunderte geistlosen Analphabetentums und wirtschaftlicher Stagnation, die von den Ketten der Doktrin jenes degenerierten Propheten verursacht wurden. All die Architektur, Kunst, Musik, Technologie und Philosophie, die es heute gibt, existieren trotz des Islams.

O’Neills Buch ist soweit leichter Lesestoff, aber daß er eine Periode von nahezu 300 Jahren Geschichte in Frage stellt, aufgrund der Abwesenheit archäologischer Artefakte im gesamten Mittelmeerraum, die existiert haben sollten, wenn diese Jahre auch existiert hätten, bringt mich zum Nachdenken.

Ich bevorzuge den gelehrten, referenzenorientierten Stil von Dr. Andrew Bostom und Bat Ye’or gegenüber O’Neills salopperen Annahmen, empfehle aber O’Neills Buch, um diese Theorie aus Ausgangspunkt für weitere Nachforschungen in Betracht zu ziehen.

S:

„angeborenes Barbarentum, oder neu erworbener Eifer“

was Konvertiten zum Islam bedeutet – schon damals ein Problem.

Profitsbeard:

Wie viele wissen, daß die islamischen Invasoren einst auch Rom selbst plünderten?

846 A.D.

The Muslim Sack of Rome and St. Peter’s in 846 A.D.

Die Reinwaschung des endlos expansionistischen, blutigen Todeskultes des Korans hat ganze Ozeane von selbstverneinender Leugnung durch feige, sich selbst blendende „Historiker“ erfordert.

Es war hauptsächlich seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (zufälligerweise die Zeit, wo wir wirklich Öl aus moslemisch besetzten Ländern zu brauchen begannen und sie nicht mit unbequemen Tatsachen über das dokumentierte Verhalten ihrer Religion und deren letztendlich totalitäre irdischen Ziele beleidigen wollten), daß man den „Orientalismus“ als „rassistisch“ und „imperialistisch“ zu kritisieren begann, um die in dessen Werken enthaltenen unerfreulichen Details über die brutalen und intoleranten Handlungen des marschierenden Mohammedanismus zu verleumden.

Dieser absurde, revisionistische Irrsinn über den „friedlichen“ Islam ist unkritisch in die nach links tendierende (den Westen verabscheuende) akademische Klasse, die feigen Massenmedien und die eigenen Taschen schützenden Unterhaltungsproduktionen eingesickert, hat die Karrieren gelenkt und die Ängstlichkeit zuhälterischer Politiker angesichts des Islams sichergestellt.

Und Selbstmord ist ebenfalls schmerzlos.

Dymphna:

@ rebelliousvanilla (übrigens, ich wollte schon seit einer Weile einen Kommentar zu deinem cleveren Nick abgeben):

Dein Blog ist definitiv sehenswert… Hier ist der Artikel, auf den du verwiesen hast: The Myth of Al-Andalus

Dieser ganze Essay ist leuchtend informativ. Nur ein kleiner Ausschnitt:

…aber der Grundgedanke ist der: das sogenannte nette Verhalten der Mauren gegenüber den Christen und Juden ist ein Haufen gravierender Geschichtsrevisionismus…

 

Ich hörte dieselben erfundenen Sachen von anderen Leuten, habe sogar im Wall Street Journal einen Artikel darüber gelesen, in dem er die Schuld für den Mangel an Reformen im Islam der Inquisition zuwies, die den Abbruch der Veränderungen des Islams bewirkte, die in Andalusien stattzufinden begannen…

Mir gefällt die Redewendung „ein Haufen gravierender Geschichtsrevisionismus“. Wenn jemand sagt: „ein Haufen von…“, folgen darauf üblicherweise skatologische Begriffe mit vier Buchstaben statt einer wirklichen Idee.

Bravo!

rebelliousvanilla:

Dymphna, danke. Der Großteil meines Blog wurde in einer Zeit geschrieben, die einer meiner größten Erleuchtungen vorausging, und wenn ich ihn lese, bin ich eigentlich nicht erfreut davon. Dies ist mein größtes Problem mit dem Schreiben im Allgemeinen – was ich heute schreibe, ist etwas, dem ich in einem Monat nicht mehr zustimme, wenn ich mehr erlebt habe. Im Grunde ist der Großteil von dem, was ich schreibe, so; außer den technischen Aspekten wie Ökonomie oder globale Erwärmung und so weiter. Deshalb mache ich eine Pause vom Schreiben, bis ich mehr lerne.

(Quelle der Übersetzung: hier)

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